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RIplus | SFG: Bischöfe und Domkapitel von Augsburg - Bd. 1: Wikterp - Walther I. von Dillingen (769-1152)

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Das [von einem Angehörigen des Domkapitels niedergeschriebene] Verzeichnis der Bücher Bischof Embrikos enthält 50 liturgische, exegetische und hagiographische Handschriften.

Überlieferung/Literatur

Bayer. Staatsbibliothek München, Clm 3727 fol. 195'-196; Ruf, Bibliothekskataloge 3 I, 16 f Nr. 2; Ruland, in: ABtmAug 1, 13 f (mit Abbildung).

Kommentar

Nach der Überschrift „Descriptio librorum domni nostri Embriconis episcopi“ ist die Anfertigung des Verzeichnisses im Domkapitel anzunehmen. Für die zeitliche Einreihung ist der bei Handschrift Nr. V angebrachte Nachtrag „Quod perdidit in Saxonia“ wichtig; damit dürfte die Entstehung vor 1074/1075 gesichert sein, weil sich Embriko in diesen Jahren zu Verhandlungen mit den Sachsen in Mitteldeutschland aufhielt (s. Nr. 324, 334). Die Nachträge bei Nr. I („Quas dedit ad sanctam Gerdrudem“), bei Nr. IV („S. Gerdrudis“) und bei Nr. V („Quod traditum est pro missali sanctae Gerdrudis“) erlauben wohl kaum den Schluß, daß das Verzeichnis vor 1071, dem Jahr der Errichtung des Stiftes St. Gertrud (s. Nr. 320), angelegt worden ist; aus dem bei Nr. V zu erschließenden Tausch ist vielmehr zu schließen, daß die Fundierung des Stiftes bereits voll durchgeführt war, als die Handschriften abgegeben worden sind (Ruf, Bibliothekskataloge 16). - Von den aufgeführten Handschriften können fünf noch erhaltene identifiziert werden (Clm 3704 = Nr. XXIII; Clm 3711 = XLIV; Clm 3713 = Nr. XXVIII oder XXIX; Clm 3736 fol. 1-14 = Nr. XIII; Clm 3793a, früher Clm 3829 = Nr. XXIV). Diese Bände tragen den Besitzvermerk des Bischofs in der Form „EMBRICO. EPS“ oder „EMBRICO. EPS. B.M.“ oder „EMBRICO. B.M. EPS.“. Als Embrikos Besitz sind auch die Bände Clm 3818 (Ruland, in: ABtmAug 1,43) und Clm 3765 (Ruland, in: ABtmAug 1, 59 f) gekennzeichnet; sie sind in dem Verzeichnis, das mit Nr. L unvermittelt abbricht, also unvollständig ist, nicht enthalten. Möglicherweise können auch die Handschriften Clm 3788 (Nr. XL; Ruland, in: ABtmAug 1, 60), Clm 3736 fol. 15-205 (Nr. XXVII; Ruland, in: ABtmAug 1, 67), Clm 3727 (Nr. XXXIV; Ruland, in: ABtmAug 1, 55) und Clm 3714 (Nr. XXX; Ruland, in: ABtmAug 1, 69) auf Nennungen in dem Verzeichnis bezogen werden (vgl. hierzu auch Nr. 308 und 374). Über das weitere Schicksal einzelner Handschriften des Verzeichnisses s. Ruf, a.a.O. 16; vgl. dazu auch Schröder, in: AHAug 6, 691. - Wenn der Besitzervermerk „Embrico b. m. eps“ als Embrico beatae memoriae episcopus zu deuten ist, wäre zu vermuten, daß seine Handschriften erst nach seinem Tod derartig gekennzeichnet wurden; vielleicht könnte dann auch die Niederschrift des Verzeichnisses in die Zeit kurz nach 1077 Juli 30, dem Todestag des Bischofs, angesetzt werden (s. Nr. 340).

 

Nachtrag:

 

In dem um 1067 von Otloh von St. Emmeram in Regensburg niedergeschriebenen Verzeichnis der von ihm verschenkten Bücher ist auch aufgeführt „Episcopo de Augusta unum librum“; Ineichen-Eder, Bibliothekskataloge 4 I, 150 Nr. 27; Schauwecker, in: StMOSB 74, 25 f. Ob Bischof Embriko als Empfänger anzunehmen ist, bleibt offen. - Über die im Verzeichnis der Bücher Embrikos genannte Vita Johannis elemosinarii vgl. Tüchle, Ottobeuren 134.

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Empfohlene Zitierweise

RIplus Regg. B Augsburg 1 n. 306, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/ba025281-250d-4c7b-88d2-8067f2225c72
(Abgerufen am 21.06.2018).

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