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RIplus | SFG: Bischöfe und Domkapitel von Augsburg - Bd. 1: Wikterp - Walther I. von Dillingen (769-1152)

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König Heinrich II. veranlaßt Erzbischof Willigis von Mainz zum Verzicht auf seine Ansprüche im Streit mit Bischof Bernward von Hildesheim über die Diözesanzugehörigkeit des Klosters Gandersheim; die dortige Kirche wird im Januar 1007 von Bischof Bernward unter Mitwirkung des Erzbischofs Willigis geweiht. In der Versammlung in Pöhlde und bei der Weihe in Gandersheim sind anwesend: König Heinrich II., Erzbischof Willigis von Mainz, Erzbischof Tagino von Magdeburg, die Bischöfe Rethar von Paderborn, Bruno von Augsburg (Augustburgensis), der Weihehandlungen in der Klosterkirche (hl. Kreuzaltar) und im Nonnenkloster vornimmt (vgl. Nr. 254), Theoderich von Minden, Arnulf von Halberstadt, Bernger von Verden, Egihardus von Schleswig, Hildiward von Zeitz, Wigo von Brandenburg, Herluin von Cambrai, die Herzöge Bernhard (dux Westvalorum), Hermann [III.] von Schwaben, Pfalzgraf Burghard und 17 genannte Grafen, die alle das Diplom Heinrichs II. unterschreiben.

Überlieferung/Literatur

MG DD 3, 293 ff Nr. 255 (nach Neuausfertigung von 1013 im StaatsA Hannover) ; Stimming, Mainzer UB 1, 152 ff Nr. 252. - Faksimile Kaiserurkunden in Abbildungen Lieferung 4 Tafel 8, Text 69 g-h. - Böhmer-Will 1, 138 f Nr. 154 (hier sind die erzählenden Quellen zu diesen Vorgängen zusammengestellt; DH II. 255 wird noch als Fälschung erklärt).

Kommentar

DH II. 255, lange Zeit als Fälschung angesehen, wurde durch die Untersuchungen von Bayer, Zur Geschichte des Gandersheimer Streites, in: FDG 16, 178 ff; Kaiserurkunden in Abb. a. a. O.; die Vorbemerkung in MG DD 3 und Breßlau, Hdb. 32, 203, 310 als einwandfrei erwiesen. Die merkwürdige Erscheinung der langen Unterschriftenreihe in einer Königsurkunde erklärt sich wohl daraus, daß hier Teile des Synodalprotokolls von Pöhlde in die kurze Zeit später zu Gandersheim ausgestellte Urkunde aufgenommen wurden. Höchstwahrscheinlich ging diese Urkunde 1013 beim Brand der Domkirche zu Hildesheim verloren, wurde aber nach einer von dort vorgelegten Abschrift im gleichen Jahr neu ausgefertigt. Die Anwesenheit der in der Subskription (die vom Urkundenschreiber geschrieben wurde) genannten Geistlichen und Weltlichen ist für den Zeitpunkt der Neuausfertigung nicht anzunehmen. Einige von ihnen lebten 1013 nicht mehr: Willigis von Mainz (975 bis 1011), Tagino von Magdeburg (1004-1012), Rethar von Paderborn (983-1009), Herluin von Cambrai (ca. 995-1012), Hermann III. von Schwaben (1003-1012). Vgl. hierzu auch Hauck, KG Deutschlands 93, 417 f; Wenner, Rechtsbeziehungen 154; Holtzmann, Sächs. Kaiserzeit 436 f; Perst 28; die Erörterungen von Hirsch- Pabst, Jb. Heinrichs II, 2, 2 f, 408 Anm. 2 über diese Urkunde sind überholt. - Zum Gandersheimer Streit vgl. auch Nr. 210.

 

Nachtrag:

 

Vgl. RI 2, 928 f Nr. 1624 b, 1627, 1627 a; 987f Nr. 1771. Über DH II. 255, die weiteren Quellen zur Kirchenweihe in Gandersheim sowie über den Gandersheimer Streit vgl. Benz, Kirchweihe 105-118, 268-294; Goetting, Kanonissenstift Gandersheim 28, 92; Brandt-Hengst 64 f. Zur Kirche vgl. Oswald-Schaefer-Sennhauser 89 f.

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Empfohlene Zitierweise

RIplus Regg. B Augsburg 1 n. 219, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/b9f0b330-b999-421e-8aec-d3c8dccf44ea
(Abgerufen am 18.02.2018).

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