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RIplus | SFG: Bischöfe und Domkapitel von Augsburg - Bd. 1: Wikterp - Walther I. von Dillingen (769-1152)

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Bischof Udalrich (Augustensis praesul) bestattet den am 21. November (XI. kal. dec.) verstorbenen Bischof Noting von Konstanz und bezeichnet nach dreitägigem, allgemeinem Fasten Chunrad als geeigneten Nachfolger auf dem Bischofsstuhl, den Volk und Klerus dann wählen.

Überlieferung/Literatur

Oudalscalchi vita Chuonradi episcopi cap. 4 (12. Jh.) MG SS 4, 432 = Vita s. Cuonradi altera cap. 10 (12. Jh.) MG SS 4, 438 ; Zusatz im Martyrologium Notkers wohl von Herimannus Aug. (Mitte 11. Jh.) FDG 25, 211. - Ladewig-Müller 1, 44 Nr. 351 f.

Kommentar

Das Jahr von Bischof Notings Tod überliefern die Annales Sangallenses maiores (St. Galler Mitt. 19, 282), den Todestag richtig das Necrologium Sangallense (10. Jh., MG Necr. 1, 484; St. Galler Mitt. 11, 58, 64; über die anderen unzutreffenden Tagesangaben vgl. bes. Waitz, Jb. Heinrichs I. 3164). Die Angabe Udalscalchs von der bedeutenden Rolle Udalrichs bei der Beisetzung Notings und der Wahl Konrads wäre nicht sehr glaubwürdig - besaß doch der Verfasser für die zum Zweck der Heiligsprechung Konrads vor 1123 abgefaßte Vita keine wesentlichen Quellen (Wattenbach 62, 63; Wattenbach- Holtzmann 1, 249) -, berichtete nicht auch das Martyrologium des Notker davon. Zum 26. November findet sich ein Zusatz, wohl von Hermann d. L. von Reichenau aus der Mitte des 11. Jh., der von der Teilnahme Udalrichs an der Wahl Bischof Konrads von Konstanz spricht (s. auch FDG 25, 208 f). Zur Wahl Konrads vgl. G. Weise, Königtum und Bischofswahl 66. Udalrichs freundschaftliches Verhältnis mit Bischof Konrad zeigt auch Vita Udalrici cap. 25 und 26 (MG SS 4, 410 f; vgl. Nr. 155, 159). Konrad gehört zum Geschlecht der älteren Welfen (s. E. König, Die süddeutschen Welfen als Klostergründer [1934] 11, mit Stammtafel).

- Die historisch unbedeutende Bearbeitung der Vita Udalrichs durch Abt Berno (MG SS 4, 390 Anm. 19) erwähnt sehr legendenhaft eine Begegnung Udalrichs mit Konrad bei St. Afra, die in der Welserschen Ausgabe (M. Welser, Opera [1682] 617, s. auch A. Schröder, AHAug 6, 780) mit der Legende des Fischwunders erweitert ist. Die Vita Chuonradi cap. 8 (MG SS 4, 433; s. auch Vita s. Cuonradi altera cap. 22, ebd. 440) berichtet von einem Treffen der beiden Bischöfe auf Schloß Loyfen [Lauffen am Rhein, Kanton Zürich], für das ältere und zuverlässige Quellen fehlen. Diese Nachricht bringt auch die dem späteren 13. Jh. angehörige Chronica minor auctore minorita Erphordiensi zu 978 (MG SS Schulausg. 622; Ladewig-Müller 1, 47 Nr. 376). - Zur Epistola de vita Notingi s. Nr. 102.

 

Nachtrag:

 

Zur Begegnung Udalrichs mit Bischof Konrad von Konstanz s. Volkert, UuA 101 f Nr. 11; Oexle, in: Freiburger Diözesan-Archiv 95, 27, 42; Ders., in: DA 24, 474. Zu den Beziehungen Udalrichs zu Konstanz vgl. auch H. Maurer, Konstanz als ottonischer Bischofssitz (Veröffentlichungen des Max-Planck-Instituts für Geschichte 39, 1973) 26, 54; Borgolte (s. Nachtrag zu Nr. 68) 206, 208. - Zur Udalrich-Vita des Abtes Berno s. Nr. 205 (mit Nachtrag).

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Empfohlene Zitierweise

RIplus Regg. B Augsburg 1 n. 108, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/b8f726bb-d4f5-43f6-b994-f167f29aa662
(Abgerufen am 19.10.2018).

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