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RIplus | SFG: Bischöfe und Domkapitel von Augsburg - Bd. 1: Wikterp - Walther I. von Dillingen (769-1152)

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Udalrich wird auf Vorschlag und Bitte des Herzogs Burchard [I. von Alamannien], seines Verwandten (nepotis sui), und anderer durch König Heinrich I. wegen seiner körperlichen und geistigen Vorzüge zum Bischof von Augsburg ernannt; nach Augsburg zurückgekehrt empfängt er von Herzog Burchard und dessen Begleitung die Einweisung in das Bistum; am 28. Dezember (in die solemnitatis innocentum) findet nach gewohntem Ritus die Weihe statt.

Überlieferung/Literatur

Vita Udalrici cap. 1, MG SS 4, 387; Herimanni Aug. chronicon zu 924 (Mitte 11. Jh.) MG SS 5, 113; Chronicon Suevicum universale zu 924 (11. Jh.) MG SS 13, 67; Bernoldi chronicon zu 924 (11. Jh.) MG SS 5, 422; Annales Mellicenses zu 924 (12. Jh.) MG SS 9, 496 ; Annales Palidenses zu 924 (12. Jh.) MG SS 16, 60 ; Annalista Saxo zu 925 (12. Jh.) MG SS 6, 596, vgl. Nr. 101; Annales s. Rudperti Salisbg. zu 924 (12./13. Jh.) MG SS 9, 771 ; Annales Marbacenses zu 924 (13. Jh.) MG SS Schulausg. 21 ; Chronica regia Coloniensis (13. Jh.) MG SS Schulausg. 26. - RI 2 Nr. 10d, vgl. auch S. 5 lit. 9.

Kommentar

Herimann von Reichenau, der die Vita Udalrici benutzt, und die ihm folgenden Geschichtsschreiber nennen als Jahrzahl der Bischofsweihe 924, entsprechend dem Jahresanfang an Weihnachten; nach dem Zirkumzisionsstil ergibt sich 923. In diesem Jahr fiel auch der „dies innocentum“, den die Vita als Weihetag nennt, auf einen Sonntag, den vorgeschriebenen Wochentag für die Bischofsweihe. Der Ort der Weihe ist unbekannt; Nottarp (Bonifatius-Gedenkgabe 182 f) meint, daß der Konsekrator den zu Weihenden stets in dessen Sprengel aufgesucht habe, da die Ordination die Vermählung des Geweihten mit der Diözese sei. In diesem Fall hätte die Weihe wohl im Augsburger Dom stattgefunden. Allerdings ist die Behauptung Nottarps durch keine kanonische Vorschrift zu belegen (vgl. etwa J. B. Sägmüller, Lehrbuch des kath. Kirchenrechts 31 [1914] 239; Dictionnaire de Droit Canonique 5 [1953] 578). Zoepfl vermutet, daß Udalrich die Bischofsweihe in Mainz als dem Sitz des Metropoliten empfangen habe (Lebensbilder 1, 35). Unbekannt ist auch, wo die Verhandlungen mit König Heinrich I. stattgefunden haben. Das Verwandtschaftsverhältnis Udalrichs zu Herzog Burchard I. ist nach der Angabe der Vita (nepotis sui) nicht näher festzustellen. Vielleicht war Udalrichs Mutter Dietpirch eine Tochter des Markgrafen Burchard und damit eine Schwester Herzog Burchards I., Udalrich also des letzteren Neffe. Über Burchards Rolle bei der Einsetzung Udalrichs s. Waitz, Jb. Heinrichs I. 375; M. Lintzel, HV 24, 4; Weller, Gesch. des schwäb. Stammes 157. G. Tellenbach, Libertas (Forschungen zur Kirchen- und Geistesgeschichte 7, 1936) 110 nimmt an, daß Udalrich das Bistum vom König durch Investitur mit dem Hirtenstab erhalten habe. Zu der Übertragung des Bistums durch den König vgl. das Schreiben Papst Johannes X. von [921], in dem dieser feststellt, daß kein anderer als der König nach alter Gewohnheit ein Bistum übertragen könne (Druck bei L. Santifaller, Zur Gesch. des ottonisch-salischen Reichskirchensystems [Wiener SB 229, 1954] 73 ff, vgl. auch S. 25).

 

Nachtrag:

 

Zur Übertragung des Bistums durch den König vgl. Büttner, in: ZBLG 19, 598; Minninger 25 f.

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Empfohlene Zitierweise

RIplus Regg. B Augsburg 1 n. 104, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/b7fd1637-c6cd-4009-b8c3-0f91aa20dd95
(Abgerufen am 18.07.2018).

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