Regestendatenbank - 182.315 Regesten im Volltext

RIplus | SFG: Bischöfe und Domkapitel von Augsburg - Bd. 1: Wikterp - Walther I. von Dillingen (769-1152)

Sie sehen den Datensatz 535 von insgesamt 535.

Bischof Walther von Augsburg (Augustensis episcopus) legt mit Zustimmung Papst Eugens III. aus Altersgründen das bischöfliche Amt nieder.

Überlieferung/Literatur

Annales Augustani minores (12. Jh.) MG SS 10, 8; Annales Isingrimi maiores (12. Jh.) MG SS 17, 313; Annales Benedictoburani (12. Jh.) MG SS 17, 320. - GP 2 I, 43 Nr. 51.

Kommentar

Während die Augsburger und Ottobeurer Annalen (Annales Isingrimi) berichten, daß Walther abgesetzt worden sei (deponitur; depositus est), teilen die Benediktbeuerer Annalen mit, daß Walther das Amt mit Erlaubnis Papst Eugens III. verlassen habe (Waltherus potestatem episcopalem dimisit). Es muß offen bleiben, ob er freiwillig resignierte oder vom Papst abgesetzt wurde. Im Zusammenhang mit den bei der Synode von Augsburg im Sommer 1151 (Nr. 528) festgestellten Mißständen könnte es naheliegen, an eine Absetzung Walthers, die wohl der Kardinallegat Oktavian und auch Gerhoh von Reichersberg betrieben haben könnten, zu denken (so Classen, Gerhoch von Reichersberg 182, während Bernhardi, Jb. Konrads III. 906 von einem freiwilligen Verzicht spricht; Schröder, in: AHAug 6, 826 meint, daß Walther „auf einen Wink aus Rom sein Amt niedergelegt habe“; ähnlich Zoepfl, Bischöfe 133). Walthers Nachfolger, Konrad, erscheint 1152 Juli als Bischof anläßlich der Handlung für das Privileg König Friedrichs I. für das Stift Marbach [Dep. Haut-Rhin]; die Beurkundung fand erst 1152 Oktober 15 in Würzburg statt (MG DD 10 I, 49 f Nr. 29; vgl. auch Weißthanner, Regesten Ottos von Freising 194 Nr. 121). Da nach den Augsburger Annalen über die Wahl Konrads Streit zwischen den Kanonikern und den Ministerialen entstand, der von König Friedrich I. (gekrönt 1152 März 9) zugunsten der Kanoniker entschieden worden sei, ist der Beginn der Vakanz des Bistums wohl einige Monate vor der ersten Nennung Konrads als Bischof anzunehmen. Die Wahl Konrads sei auf die Intervention Friedrichs I. zustande gekommen (s. auch RI 4 II, 27 Nr. 108). Walther begab sich in das Kloster Seligenstadt a. Main [Lkr. Offenbach a. Main], wo er 1134 die Bischofsweihe empfangen hatte (Nr. 486), und nahm dort das Benediktinerhabit. Bald darauf, wohl im Jahr 1153, ist er gestorben; er wurde dort beigesetzt. Zu der nicht über das 18. Jahrhundert zurückreichenden Nekrolog-Überlieferung des Klosters Seligenstadt, aus der allein der Aufenthalt Walthers überliefert ist, vgl. Hess. StaatsA Darmstadt, C 1 Nr. 259; Khamm, Hierarchia Aug. 3 I (1709) 215; NA 14, 173; Pfitzer 46 ff. Es ist unklar, ob sich das in dieser Überlieferung genannte Jahr 1153 auf den Zeitpunkt des Eintritts in den Benediktinerorden oder auf den Tod Walthers bezieht. Den Todestag überliefern zum 3. Februar (3. non. febr.) Necrologium Ottenburanum (12./13. Jh.) MG Necr. 1, 101; Necrologium Faucense (15./16. Jh.) MG Necr. 1, 80; Liber anniversariorum ecclesiae maioris Augustensis (15./16. Jh.) MG Necr. 1, 57; Necrologium monasterii s. Udalrici Augustensis civitatis (16. Jh.) MG Necr. 1, 121; zum 2. Februar (4. non. febr.) Necrologium Ursbergense (15. Jh.) MG Necr. 1, 130; zum 4. Februar (2. non. febr.) Necrologium Wessobrunnense (15. Jh.) MG Necr. 1, 43; zum 3. September das Nekrolog aus Seligenstadt (18. Jh.) NA 14, 173; zum 9. September die Notiz in Cgm 1714, pag. 55’ (17. Jh.). Zur Überlieferungsgeschichte des Nekrologs aus Seligenstadt s. auch H. Knaus, Seligenstädter Handschriften und Inkunabeln in der Hessischen Landes- und Hochschulbibliothek Darmstadt, in: Archiv für Hessische Geschichte und Altertumskunde NF 28 (1963) 128 Anm. 10. - BA 3, 41 gibt als Todesjahr Walthers 1154 an; Belege dafür fehlen.

Nachtrag einreichen
Einreichen
Empfohlene Zitierweise

RIplus Regg. B Augsburg 1 n. 529, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/b5eeeceb-f4f8-40d9-84f9-237642f1b19b
(Abgerufen am 20.02.2018).

Bestandsinformationen