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RIplus | SFG: Bischöfe und Domkapitel von Augsburg - Bd. 1: Wikterp - Walther I. von Dillingen (769-1152)

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Bischof Hermann von Augsburg (Augustensis episcopus) bestätigt (cum universis ecclesie nostre presidentibus approbavi et confirmavi) das Dekret Papst Calixtus II. über die Wahl der Äbte, die Bestellung des Vogtes, die Weihe der Brüder und Altäre oder der Kirche, die Freiheit des Begräbnisses (de libertate sepulture) und den Besitz des Klosters Echinprunnin [Echenbrunn, Lkr. Dillingen a. d. Donau]. Er bekräftigt (corroboravi et sanctivi) den Tausch, den Abt Gotebold mit Zustimmung des Priesters Wolrich, des Vogtes Diemon und der übrigen Miterben der Pfarrkirche (ceteris parochiane ecclesie coheredibus) durchgeführt hat, indem er neun Äcker und einen Hof für den Rückkauf der Zehnten von Höfen (pro redimendis curtium decimis in loco predicto), die im genannten Ort liegen, der Diözesankirche gegeben hat (diocesane contradidit ecclesie). - Siegel des Ausstellers. - Hec autem traditio scripta est 3. non. nov. anno incarnati verbi 1127, indictione 5.

Überlieferung/Literatur

HStA München, Pfalz-Neuburg- Urkunden, Klöster und Pfarreien Nr. 512/1 (Or. Perg. mit durchgedrücktem Rundsiegel auf der Schriftseite) ; ebd. 512/2 (Abschrift 18. Jh.).- Druck: G. Rückert, Die Abte des Klosters Echenbrunn (1120-1551), in: JbhV Dillingen 25 (1912) 312 Nr. 2. - Regesten: Gebele 122 Nr. 70; RB 1,125;vgl. Feist-Helleiner, in: AZ 37, 39 Nr. 8.

Kommentar

Die erwähnte Bulle Papst Calixtus II. erging 1122 März 24 (HStA München, Pfalz-Neuburg-Urkunden, Klöster und Pfarreien Nr. 513; Rückert, a.a.O. 311 Nr. 1; GP 2 I, 89 f Nr. 1); sie berichtet von der Errichtung des Klosters durch die Nobiles Gumpert und dessen Sohn Kuno, von der Verleihung des päpstlichen Schutzes, der Besitzbestätigung, der freien Abt- und Vogtwahl, der freien Sepultur und der Befugnis des Diözesanbischofs zu Konsekrations-, Benediktions- und Ordinationshandlungen. Die bischöfliche „Bestätigung“ der Papstbulle ist möglicherweise dadurch zu erklären, daß Bischof Hermann zur Zeit der Ausstellung noch in Gegensatz zu Papst Calixtus II. stand; erst zu Anfang des Jahres 1123 fand die Aussöhnung mit dem Papst statt (s. Nr. 446). Über die Gründung von Echenbrunn vgl. Hemmerle, Germ. Ben. 83 f; ONB Dillingen 43 Nr. 83; über die Gründerfamilie, die wohl mit den Edelfreien von Gundelfingen gleichzusetzen ist, s. ebd. 68 und Rückert, a. a. O. 290 ff; ferner Kdm. Lkr. Dillingen 62 (Gründer seien die Herren von Faimingen gewesen; dazu ebd. 249), 233, 297. Bemerkungen zum Formular der Bischofsurkunde vgl. bei Feist-Helleiner, in: AZ 37, 56, die denselben Schreiber auch für Nr. 457 annehmen.

 

Nachtrag:

 

Zur Rechtsstellung des Klosters Echenbrunn s. Peters, in: ZBLG 43, 584.

 

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Empfohlene Zitierweise

RIplus Regg. B Augsburg 1 n. 458, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/b5bf1c23-0466-4157-ab28-4fae248cc970
(Abgerufen am 24.10.2018).

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