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RIplus | SFG: Bischöfe und Domkapitel von Augsburg - Bd. 1: Wikterp - Walther I. von Dillingen (769-1152)

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Vor dem Königsboten Bischof Sintpert [von Augsburg?], den Grafen Chadolus und Craman, dem Richter Waninc und den Äbten Cozriht und Urolf [von Niederaltaich] tradiert Salucho sich, seine Kinder und seinen Besitz an Bischof Walterich von Passau.

Überlieferung/Literatur

QE NF 6, 39 Nr. 45.

Kommentar

Walterich war von 777-804 Bischof von Passau; diese unter seiner Regierung geschehene Tradition ist nicht datiert. Da Urolf von Niederaltaich auch als karolingischer Königsbote genannt ist, der zum ersten Mal 796 als Abt erscheint (Lindner, Monasticon Salisb. 320), könnte man die Zeitgrenze von 796 bis 800 ansetzen, zumal Karl d. Gr. nur als König genannt ist. Es ist jedoch sehr wohl möglich, daß der Abt Urolf bereits kurz nach 788 Vorstand des Klosters Niederaltaich wurde, da von seinem Vorgänger Wolfbert die letzte Nachricht zu diesem Jahr überliefert ist (MG SS 17, 366; dort muß allerdings eine Verschreibung vorliegen, weil es sich nur um das 42. Jahr Herzog Tassilos handeln kann, nicht um das 41.). Die Zeitgrenze 788-800, die nur nach der Nennung Karls d. Gr. getroffen wurde, muß allerdings mit der Möglichkeit rechnen, daß mit Sintpert auch der Regensburger Bischof dieses Namens gemeint sein kann, der 791 September 29 auf dem Kriegszug gegen die Awaren fiel (RI 21 Nr. 316d; vgl. Widemann, Die Traditionen von St. Emmeram und des Hochstifts Regensburg, QE NF 8, 5 ff Nr. 6 und 7). Ein Bischof Sintpert tritt nochmals auf im Umkreis des Abtes Urolf von Niederaltaich; im „Breviarius Urolfi“ ist die Übergabe des Erbgutes in Sonnichinga und Piparbach [Sünching, Lkr. Regensburg; Bibersbach, Lkr. Regensburg?] aufgeführt (MB 11,17; K. Roth, Beiträge zur deutschen Sprach-, Geschichts- und Ortsforschung 1, 22; vgl. auch G. Wachinger, Beiträge zur Wirtschaftsgeschichte von Niederaltaich, in: StMOSB 44, 2 f), hier dürfte wohl kaum die Gegenwart Sintperts von Augsburg in Frage kommen. - Es lassen sich keine Anhaltspunkte finden, den „Breviarius Urolfi“ und die darin enthaltenen Schenkungen so genau zu datieren, daß eine Mitwirkung des Bischofs Sintpert von Regensburg ausgeschlossen ist.

Die in der Tradition für Passau genannten Zeugen treten zum Teil auch in anderen Urkunden für dieses Hochstift auf, z. B. Salucho 821 April 9 und Craman 802 Oktober 3 (QE NF 6, 64 Nr. 76; 46 ff Nr.55). Allerdings ist ungewiß, ob es sich hier um dieselben Grafen handelt wie in Nr. 45. Besonders die Nennung Saluchos könnte die Datierung der Tradition Nr. 45 zu Ende der 790er Jahre rechtfertigen. Dies spräche für die Teilnahme Bischof Sintperts von Augsburg. Eine eindeutige Klärung über die Person des Königsboten Sintpert dürfte mit den derzeit bekannten Quellen nicht zu gewinnen sein.

 

Nachtrag:

 

M. Mitterauer, Karolingische Markgrafen im Südosten (AöG 123) 1963, 2 Anm. 4 meint, daß der als Königsbote genannte Bischof Sintpert mit dem Bischof Sintpert von Regensburg gleichzusetzen sei; s. auch HAB Augsburg Land 32.

N. Würmseer, Der Sedenzbeginn des Bischofs Waltrih von Passau, (gest. 804), in: StMOSB 70 (1960) 236-242 weist den Beginn von dessen Amtszeit zu 777 nach und macht auf dessen Beziehungen zu Lorsch, Straßburg und Schäftlarn aufmerksam. Weitere Literatur zu der vieldiskutierten Person des Bischofs Waltrich, seiner Beziehung zu Langres und seiner Zugehörigkeit zu der Familie der Hahilinga oder der Huosi s. HB d. bayer. Geschichte 21, 215.

 

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Empfohlene Zitierweise

RIplus Regg. B Augsburg 1 n. 12, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/b4fea3ed-e557-4c33-8970-554b3856ec6d
(Abgerufen am 23.07.2018).

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