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RIplus | SFG: Bischöfe und Domkapitel von Augsburg - Bd. 1: Wikterp - Walther I. von Dillingen (769-1152)

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Bischof Heinrich begibt sich nach Regensburg (Ratisponam), obwohl er von Erzbischof Anno von Köln aufgefordert worden war, zu Verhandlungen (ad pactionem) in Augsburg anwesend zu sein, wohin sich Anno im Gefolge König Heinrichs IV. begeben hatte.

Überlieferung/Literatur

Annales Augustani (11. Jh.) MG SS 3, 127; vgl. Annales Altahenses maiores (11. Jh.) MG SS Schulausg. 58, die den Aufenthalt des Königs in Augsburg irrtümlich zu 1061 August 15 setzen (adsumptionem deiparae virginis). - Über die Quellen zu dieser Synode vgl. bes. Meyer von Knonau, Jb. Heinrichs IV. und V. 1, 297, 301 ff; Oediger 258 Nr. 895.

Kommentar

Der Aufenthalt des königlichen Hofes in Augsburg ist durch die Diplome für St. Andreas in Freising und für Kloster Kempten vom 24. und 29. Oktober gesichert (MG DD 6, 121 ff Nr. 93 und 94). - Erzbischof Anno mochte daran gelegen sein, mit Bischof Heinrich in ein auskömmliches Verhältnis zu gelangen, das durch die Vorgänge von Kaiserswerth im April 1062 schwer gestört war. Denn durch die Entführung des jungen Königs war neben der Mutter Agnes deren erster Ratgeber Heinrich von Augsburg aufs schwerste getroffen. Auf der Augsburger Synode sollte die Frage des Schismas zwischen den Päpsten Alexander II. und Honorius II. entschieden werden, die sich in ihre Herkunftsbistümer Lucca und Parma zurückgezogen hatten. Der freie Weg nach Italien über die von Augsburg zugänglichen Pässe war für den König sehr wichtig. - In Augsburg fanden sich außer Anno die Erzbischöfe Siegfried von Mainz und Wibert von Ravenna, die Bischöfe Ellenhard von Freising, Rumold von Konstanz und wahrscheinlich auch Burkhard II. von Halberstadt und Gunther von Bamberg, sowie weitere Bischöfe, Herzöge und Grafen ein, wie aus den Interventionen in den genannten Diplomen hervorgeht (s. auch Guttenberg 162 Nr. 337). Vgl. auch Hauck, KG Deutschlands 93, 715; Herberhold, HJb 54, 100; Gebhardt-Grundmann 81, 247; Hampe, Dt. Kaisergeschichte 940; Giesebrecht, Kaiserzeit 53, 85 f.

 

Nachtrag:

 

Zum Hoftag vgl. GP 4, 93 Nr. 124; RI 3 II, 114 ff Nr. 268 ff; Kreuzer, Hoftage 103 ff; Jenal II 231-238. Zur Synode vgl. auch P. Palazzini, Dizionario dei Concili 1 (1963) 109. - Zum päpstlichen Schisma zwischen Alexander II. und Honorius II. vgl. Nr. 295 (mit Nachtrag). Zur Beurteilung des Schismas und des Papstwahldekrets von 1059 ist die auf die Synode von Augsburg 1062 Bezug nehmende Disceptatio synodalis des Kardinals Petrus Damiani wichtig; Text: Migne, PL 145, 67-87; MG Lib. de lite 1, 76-94; vgl. demnächst die kritische Edition in MG Briefe der deutschen Kaiserzeit 4 Nr. 89. Vgl. O. Capitani, Problematica della Disceptatio synodalis, in: Studi Gregoriani 10 (1975) 141-174; Schieffer, Investiturverbot 52 f; ebd. 99 f über die Entstehung des Schismas. - Der hier und in Nr. 295 genannte Kanzler Wibert wurde erst 1073 Erzbischof von Ravenna.

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Empfohlene Zitierweise

RIplus Regg. B Augsburg 1 n. 297, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/b323fd50-ea37-4433-88e4-33d2c4d26d76
(Abgerufen am 20.09.2018).

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