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RIplus | SFG: Bischöfe und Domkapitel von Augsburg - Bd. 1: Wikterp - Walther I. von Dillingen (769-1152)

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Papst Paschalis II. teilt dem Dekan D[ietrich] und den Domkanonikern von Augsburg (D. decano et ceteris Augustensis ecclesie canonicis) mit, daß Bischof H [ermann von Augsburg] vor längerer Zeit wegen dreier Klagen, nämlich falscher Wahl und Konsekration (de pravo electionis et consecrationis accessu), schlechter Lebensführung (de conversatione perversa) und Schmälerung des Kirchengutes (de rerum ecclesiasticarum distractione) vom Amt enthoben (ab episcopali officio suspenso) und daß Termin zur endgültigen Entscheidung angesetzt sei. Innerhalb dieses Zeitraumes erschien der Domkanoniker Konrad (confrater vester et concanonicus) mit der Mitteilung, daß der Bischof bei Nichterscheinen der Kläger von den Klagen frei sei; da der Bischof wegen der Schwierigkeiten der Reise und körperlicher Schwäche (propter difficultates itinerum et persone infirmitatem) nicht erscheinen könne, wird Bischof W[ido] von Chur mit der Untersuchung beauftragt, der die Amtsenthebung beenden kann, wenn Bischof Hermann sich in den Angelegenheiten des Kirchengutes und der Lebensführung gebessert hat, hinsichtlich der anderen Vorwürfe sich mit dem Eid von drei Bischöfen oder fünf Priestern befreien könne (tercia episcoporum vel quinta presbiterum manu se purgaverit). - Data Beneventi, kalendis aprilis.

Überlieferung/Literatur

Vatikanische Bibliothek, Cod. Ottobon. 3008 fol. 82 (Abschrift 12. Jh.); ebd. Cod. vat. 7932 fol. 157’ (Abschr. 18.Jh.); Ordinariatsbibliothek Augsburg, Hs. 78 fol. 57’ f (Abschr. 15. Jh. in Uodalscalcus, De Eginone et Herimanno cap. 20). — Drucke: Ewald, in: NA 3, 176 f Nr. 17 (nach Cod. Ottobon.); Bündner UB 1, 197f Nr. 262; MG SS 12,440; Canisius, Lectiones antiquae 2,224; Baronius, Annales ecclesiastici ada. 1112 cap. 25; Labbe, Concilia 10, 653 Nr. 27; Harduin, Acta Conc. 6b, 1793; Canisius-Basnage 3b, 13; Lünig, Reichsarchiv 17, 1057 Nr. 2; Mansi, Coll. Conc. 20, 1009 Nr. 27; Migne, PL 163,418 Nr. 490. - Regesten: Gebele 117 zu Nr. 38; Löwenfeld, in: NA 6,591; Jaffe, Regesta Pont. Rom. Nr. 4835;. JL 1, 765 Nr. 6548; GP 2I, 38 Nr. 33; 48 Nr. 9; vgl. 2II, 92 Nr. 24.

Kommentar

Über den Domdekan Dietrich vgl. Nr. 367 Ziffer 2. Zur Überlieferung in der sog. Churer Briefsammlung (Cod. Ottobon.) s. Ewald, in: NA 3,151,154 und 168; Kehr, in: Göttinger Nachrichten 1903, 23, 67; Bündner UB 1,175 Nr. 225 (Vorbemerkung); GP 2II, 86 Buchstabe C; zur Überlieferung von Udalschalk s. Nr. 366. - Die Datierung auf 1117 weist schlüssig nach Löwenfeld, in: NA 6, 591, 594 f, wodurch die von der älteren Forschung, besonders von Gebele 53, vertretene Einreihung zu 1113 überholt ist (Zoepfl, Investiturstreit 325; Ders., Bischöfe 117 f). Merkwürdig erscheint, daß Bischof Hermann beim Papst persönliche Unpäßlichkeiten und Reiseschwierigkeiten als Entschuldigung für sein Fernbleiben Vorbringen ließ, obwohl er sich gleichzeitig bei Kaiser Heinrich V. in Mittelitalien aufhielt (s. Nr. 420). Das Jahr 1117 ergibt sich aus dem Ausstellort Benevent (s. JL 1, 764 ff Nr. 6546 ff); von dort sind zum 1. April nur noch zu 1113 Urkunden Paschalis II. nachgewiesen (ebd. 749 Nr. 6344 f). Da jedoch inhaltlich dieses Papstschreiben nach dem Schriftwechsel mit Erzbischof Adalbert von Mainz (s. Nr. 408) anzusetzen ist, bleibt nur das Jahr 1117 zur Datierung des an Bischof Wido von Chur gerichteten Briefes und der davon abhängigen Schreiben (s. Nr. 418,421). - Über Bischof Wido und seinen Bruder, den Kanoniker Konrad, s. Nr. 367.

 

Nachtrag:

 

Vgl. GP 4, 124 Nr. 226.

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Empfohlene Zitierweise

RIplus Regg. B Augsburg 1 n. 419, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/b081b594-5b73-42aa-bdb0-3f5992217776
(Abgerufen am 21.02.2018).

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