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RIplus | SFG: Bischöfe und Domkapitel von Augsburg - Bd. 1: Wikterp - Walther I. von Dillingen (769-1152)

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Kaiser Heinrich III. schenkt dem Bischof Gebehard von Eichstätt innerhalb genannter Grenzen Forst und Forstbann in der Grafschaft des Friedrich im Gau Retia [Ries] und in der Grafschaft des Chono im Gau Sualafeld (Schwalaueldorum) mit Zustimmung der Großen jener Provinzen (conlaudantibus provinciarum illarum optimatibus), nämlich des Bischofs Heinrich von Augsburg (Augustensis episcopus), dessen Vogtes Guntlpert, des Pfalzgrafen Friedrich, der Grafen Friedrich, Odalrich, Odalrich und weiterer 24 Genannter. Grenzbeschreibung: Von Wachingen [Wechingen] die Werinza [Wörnitz] aufwärts bis zur Mündung des Mulibachs [Mühlbach], diesen aufwärts bis Bellesheim [Belzheim], weiter nach Husen [Hausen] und Segelowa [Seglohe], von dort nach Vranchenhof [Frankenhofen] und über Vrsingen [Irsingen] zum Wunibaldbrunnen [Kaltbrunnen bei Irsingen], weiter an die Werinza [Wörnitz] zur Furt Rintgazza [Renngaß in der Flur von Gerolfingen], weiter zu der Quelle (fons), die die Provinzen Schwaben und Franken scheidet [Feldsbrunn in der Flur Röckingen], über Rochingen [Röckingen] nach Lantheresheim [Lentersheim], zwischen Sweiningen [Ober-, Unterschwaningen] und Truhemotingen [Altentrüdingen] über den Orselebach [Arrabach] nach Magerichesheim [Obermögersheim], weiter auf gerader Straße zur Kirche in Gnozesheim [Gnotzheim] nach Kirsenloch [abgegangen im Kirschental bei der Kirschenmühle], dann die Roraha [Rohrach] abwärts bis zur Werinza [Wörnitz]. - Data 16. kal. iun. … actum Goslare.

Überlieferung/Literatur

MG DD 5, 411 ff Nr. 303 (nach Druck und Abschrift des 18. Jh.). - Heidingsfelder 70 f Nr. 196; Kraft - v. Guttenberg, Jb. f. fränk. Landesforschung 8/9, 116 f Nr. 32, 138 ff; Steichele, BA 3, 556 ff. - Vgl. auch Steindorff, Jb. Heinrichs III. 2, 226 f.

Kommentar

Die Ortsbestimmungen folgen den Erörterungen von Steichele, Heidingsfelder und Kraft - v. Guttenberg; s. dazu auch L. Steinberger, Bemerkungen zu den Regesten der Bischöfe von Eichstätt, in: Beiträge zur bayer. Kirchengeschichte 23 (1916) 160 f. und A. Gabler, „... ubi duae provinciae dividuntur Suevia et Franconia ...“, in: Schwäbische Blätter 11 (1960) 82-87, H. H. Hofmann, Gunzenhausen-Weißenburg (Hist. Atlas von Bayern, Teil Franken I, 8 [I960]) 24 f. - Die genannten Orte von Wechingen bis Seglohe liegen im heutigen Lkr. Nördlingen, die von Frankenhofen bis Obermögersheim im Lkr. Dinkelsbühl, Gnotzheim und Kirschenmühle im Lkr. Gunzenhausen. Das hier beschriebene Gebiet westlich der Wörnitz gehörte zum Augsburger Sprengel (vgl. zur alten Diözesangrenze Nr. 6 und die zit. Literatur). Der Sualafeldgau war in kirchlicher Hinsicht seit dem 8. Jh. bei der Diözese Eichstätt. Zu den Siedlungsbewegungen in diesem Raum s. auch Gabler, Hesselberglandschaft, bes. 8, 27, 35, 37, 43, 97 f, 193; zur Genealogie des Pfalzgrafen Friedrich vgl. E. Klebel, Zur Abstammung der Hohenstaufen, in: ZGOR 102 NF 63 (1954) 139 f.

 

Nachtrag:

 

Zur Problematik der „Stammesgrenzen“ vgl. H. Maurer, Confinium Alamannorum, in: Historische Forschungen für Walter Schlesinger, hg. von H. Beumann (1974) 150-161. Zum Problem der kirchlichen Grenzen zwischen Eichstätt und Augsburg vgl. Kudorfer, in: ZBLG 33, 533 f; HAB Nördlingen 46 f; A. Gabler, Zum Verlauf der Augsburger Bistumsgrenze im östlichen Ries, in: JbAugBtmG 6 (1972) 57-65; vgl. auch Nachtrag zu Nr. 6. - Zu Gnotzheim und Kirsenloch (Kirschenlohe) s. ONB Gunzenhausen 107 Nr. 96 und 157 ff Nr. 145, 146.

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Empfohlene Zitierweise

RIplus Regg. B Augsburg 1 n. 283, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/abbf27ff-d50d-4d2d-a98d-abc3d7178bcd
(Abgerufen am 23.06.2018).

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