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RIplus | SFG: Bischöfe und Domkapitel von Augsburg - Bd. 1: Wikterp - Walther I. von Dillingen (769-1152)

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Bischof Sintpert stirbt.

Überlieferung/Literatur

Catalogus (Chronicon breve) episcoporum Aug. (11. Jh.) MG SS 13, 279 hat lediglich die Tagesangabe III. id. oct. Vgl. auch Zimmermann, Kal. Ben. 3, 174.

Kommentar

Im Rotulus historicus Benedictoburanus und dem Chronicon ist eine der wenigen sicher datierten Urkunden der Frühzeit dieses Klosters erhalten, die zum Jahr 808 gehört (MB 7, 6 f, 23; MG SS 9, 231; vgl. Baumann, Benediktb. Urk. 13 ff). Diese Tradition des Diakons Merigoz wurde in Gegenwart des Grafen Kisalhard gefertigt, der von 802-27 in Bayern als Graf bekannt ist (QE NF 4, 174 Nr. 183; 338 Nr. 397c; 394 Nr. 463; 406 Nr. 475; 462 Nr. 541), in den Jahren 807 und 822 tritt er auch als Königsbote auf (ebd. 4, 226 Nr. 251; 398 Nr. 466). Vor dem Eintrag dieser Urkunde findet sich der Bericht über die Entscheidung eines Rechtsstreites um benediktbeurische Besitzungen, die auf Anordnung Karls d. Gr. von den Königsboten Bischof Hanto und Graf Kisalhard gefällt wurde. Dem Schreiber dieses Berichtes lagen wohl noch die gerichtlichen Urkunden vor, wie man aus der Stilisierung schließen kann (Baumann, a.a.O. 5), die von Hanto, dem Nachfolger Sintperts, berichten (Nr. 22). Da die Gerichtsentscheidung sehr wahrscheinlich vor der genannten Traditio des Merigoz stattfand und überdies Kiselhard im Jahr 807 anderwärts als Missus dominicus bekannt ist, ergibt sich mit einiger Wahrscheinlichkeit, daß Hanto bereits 808 Bischof von Augsburg war. - Bauerreiß nimmt an, daß Sintpert Verfasser der „Statuta Murbacensia“ gewesen sei, die sicher nicht vor 816 entstanden sind. Er möchte darum auch das Todesjahr Sintperts bis über 817 hinaus schieben (s. Nr. 10). Dies muß jedoch abgelehnt werden, da außer in der eben besprochenen Quelle Sintperts Nachfolger Hanto auch noch in der Überlieferung des Klosters Fulda zum Jahr 812 erscheint (Nr. 24). Bischof Sintpert wurde in der St.-Afra-Kirche in Augsburg beigesetzt, sein Grabmal erwähnt die Vita Udalrici aus dem 10. Jh. (s. Nr. 125).

 

Nachtrag:

 

Über die Beisetzung Sintperts bei St. Afra in Augsburg vgl. Volkert, UuA 97f Nr. 3; zur baugeschichtlichen Situation s. Haas, UuA 72, 87; Radnoti, UuA 35. Über den möglicherweise bei der Beisetzung Bischof Sintperts verwendeten römischen Truhensarkophag s. F. Vollmer, Inscriptiones Baivariae Romanae (1915) 54 Nr. 170; Nuber, UuA 246f Nr. 8, Tafel 73; Radnoti, UuA 4, 581. - Zur Verehrung des zu den Augsburger Bistumspatronen zählenden Bischofs Sintpert vgl. P. Rummel, Zur Verehrungsgeschichte des hl. Simpert, in: St. Simpert, Bischof von Augsburg 778-807 (hg. von P. Rummel) 1978, 22-49 (mit dem Hinweis, daß die Erwähnung des Sintpert-Grabes in der Vita Udalrici des späten 10. Jahrhunderts „eine gewisse Verehrung zu dieser Zeit vermuten lasse“); Th. Wohnhaas, Zur Frühgeschichte der Simpertliturgie, in: Ebd. 50-60; K. Kosel, Der hl. Simpert in der bildenden Kunst, in: Ebd. 61-95 (mit ikonographischem Verzeichnis); A. Layer, Ein Wallfahrtsgesang zu Ehren St. Simperts (1611), in: Ebd. 96-107; W. Liebhart, Zur St. Simpert-Bruderschaft der Augsburger Bortenmacher bei St. Ulrich, in: Ebd. 108-116; W. Pötzl, Die Miracula sancti Simperti, in: Ebd. 117-150 (mit Wunderberichten seit dem 13. Jahrhundert);

H. Thummerer, Der Reliquienschrein des hl. Simpert (Bericht über seine Öffnung im Jahr 1977), in: Ebd. 151-159 (es handelt sich um den Schrein der Beisetzung von 1492). Zum Sintpert-Kult der Gegenwart s. H. Thummerer, Ein neues Grab für die Reliquien des hl. Sintpert, in: JbAugBtmG 14 (1980) 236-239.

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Empfohlene Zitierweise

RIplus Regg. B Augsburg 1 n. 20, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/a6e2ef16-8bca-4cd0-b14f-2f61375aa701
(Abgerufen am 20.02.2018).

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