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RIplus | Erzbischöfe von Mainz - Abt. 2, Bd. 1 (1354-1371)

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Der Ritter Burch[ard] Sturmfeder (Sturn-) verkauft, mit Einwilligung seiner Söhne Burkart, Sturmfeder (Stûrn-) und Fritz, Burg und Stadt Neudenau (Nydenowe)1 mit Wald, Wasser, Weide, Fischteichen (vischentzen), Leuten, Gerichten, Mühlen, Weingärten, Gülten und Gütern mit allen Nutzen, Renten, Gefällen und Rechten dem Erzbischof Gerlach (zu Meyntze) um 9500 kleine Gulden; 4000 hat der Erzbischof bezahlt, die bleibenden 5500 hat er unter Bürgschaft zwischen dem 16. und 30. April (8 Tage vor oder nach Georgentag) 1365 zu zahlen gelobt. Bezahlt er sie nicht, so sollen Heinrich Pylgerin, Ritter, und Fritz Sturmfeder (Stûrn-), Burchards Brudersohn, Burg und Stadt Neudenau von des Erzbischofs und von Burchards wegen innehaben. Der Erzbischof erhält die Einkünfte (nutze) aus Neudenau, die Bürger sollen ihm als dem Eigentümer schwören, ferner aber geloben, den beiden nicht mehr gewärtig zu sein, falls nach Ablauf eines Jahres das Geld nicht bezahlt ist; dann sollen die beiden vielmehr das Schloß Neudenau dem Burchard übergeben, und er soll es mit allen Einkünften (ohne Abzug) behalten bis zur Zahlung der 5500 Gulden. Der Erzbischof hat ihm 24 Bürgen gesetzt. Für Heinrich Pylgerin hat gegebenenfalls der Erzbischof einen Ersatzmann zu stellen, für Fritz Sturmfeder der Aussteller. Die Zahlung nach Ablauf des Jahres soll der Erzbischof ihm 8 Tage zuvor ankündigen, das Geld in der Burg (hus) Horneck (-e) dem [Deutschordens-]Komtur bezahlen. Burchard soll es unverzüglich nehmen und das Schloß zurückgeben. Zur Sicherheit setzt er dem Erzbischof als Bürgen: die Ritter Bernolt von Urbach, zu Mundelsheim (Mundolfshain) gesessen, Johann von Urbach, Reinhard (Renh)2 von Neipperg (Niperg, Ny-), Fritz von Sachsenheim (Sahssenhain), Wolf von Schaubach (Schoubecke) und die Edelknechte Hermann von Sachsenheim, Siegfried von Venningen (Veningen), zu Bödigheim (Buetenkain) gesessen, Gerhard Strube von Talheim (-hain), Fritz von Nippenburg (Nyppen-), Kunz Clayn (auch: Clain) von Talheim, Wolf vom Stein (Stain), zu Wunnenstein (Wûnstain)3 gesessen, Siegfried Vogt zu Bottwar (Botbor). Sie müssen gegebenenfalls auf Mahnung je mit einem Knechte und einem Pferde in der Stadt Wimpfen (Wûm-) Einlager halten (leisten), bis Burchard dem Erzbischof Neudenau zurückgegeben hat. Ersatzbürgen hat Burchard binnen 14 Tagen zu stellen, sonst müssen die übrigen Bürgen Einlager halten. Burchard soll Neudenau binnen Jahresfrist von allen Ansprüchen anderer frei machen, ausgenommen von dem Bischof von Würzburg und seinem Gerichte.4 Die Bürgen geloben gute Bürgen zu sein und siegeln mit. Burchard siegelt „zeforderst“, seine drei Söhne bekunden ihre Zustimmung und siegeln mit.

Originaldatierung:
G. 1364 an dem nehsten suntag vor sant Gregorien tag.

Überlieferung/Literatur

Or. Perg.:5 Amorbach, Fürstl. Leiningisches Archiv. Die Siegel an Presseln, das 5., 6. und 15. fehlen. – Vgl. die beiden folgenden Regesten.

Anmerkungen

  1. 1Vgl. Reg. 1478.
  2. 2Wohl der 1377 gestorbene Reinhard von Neipperg. Vgl. Beschreibung des Oberamts Brackenheim 341.
  3. 3„Wolf von Wunstain“ bei der zweiten Nennung.
  4. 4wern und vertigen ledig und loz in disem jar von wem ez ansprüchig wurde als des landes gewonheit ist ane von mime herren von Wyrcziburg und sime gerihte.
  5. 5Aus dem erzb. Archiv, wie der rückseitige Archivvermerk aus dem Anfang des 16. Jh. zeigt: A A A A in Assch[affenburg].

Nachträge

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Empfohlene Zitierweise

RIplus Regg. EB Mainz 2,1 n. 1739, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/eb1f99d1-1eea-4b1c-a277-afd7eb77e621
(Abgerufen am 19.12.2018).

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