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RI II Sächsisches Haus (919-1024) - RI II,5

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Die Bischöfe Burchard von Worms, U(lrich) von Chur, Werner von Straßburg, Eberhard von Bamberg, W(alter) von Speyer, Wigger von Verden, Meginhard von Würzburg, H(aimo) von Konstanz, G(odehard) von Hildesheim, H(eribert) von Eichstätt, Brantho von Halberstadt und H(izzo) von Prag wenden sich brieflich an Papst B(enedikt VIII.) (Domno B(enedicto) apostolicae sedis capiti venerabilissimo) und erbitten Aufklärung, ob tatsächlich auf Grund der Denuntiation der anathematisierten (Gräfin Irmgard von Hammerstein) (n. 1266) ihrem Metropoliten Aribo (von Mainz) durch den Papst sein Amt entzogen worden sei. Sie stellen fest, daß das Urteil Aribos über die Frau mit ihrer und der Reichsfürsten Billigung erfolgt sei, ersuchen um Bestrafung der Schuldigen und um Aufhebung der Verfügung gegen Erzbischof Aribo. ‒ Cecidit corona capitis nostri ...

Überlieferung/Literatur

Druck: Jaffé, Bibl. III 362 f. Reg.: Schmidt, UB. Halberstadt 151 n. 70; Ladewig, Reg. 155 n. 429; Janicke, UB. Hildesheim I 74 n. 71; Friedrich, Cod. dipl. Bohemiae 149 n. 45; Wentzke, Reg. I 267 n. 235; Heidingsfelder, Reg. 59 n. 163; GP. II/1, 4 n. 4 u. 125 n. 7; Stimming, Mainzer UB. I 169 n. 270; Guttenberg, Reg. I 81 n. 177; GP. III/3, 10 n. 13, 93 n. 7, 147 n. 5, 178 n. 8 u. 251 n. 8; Bündner UB. I 134 n. 168. Lit.: J. Harttung, Der Brief der Mainzer Suffragane an Benedikt VIII. (Forsch. z. dt. Gesch. 16/1876, 593‒596); Kippenberger, Beiträge zur Gesch. d. Erzbischofs Aribo 26 ff.; Keßler, Eheprozeß 58 f.; Mikoletzky, Kaiser Heinrich 78 f.; Holtzmann, Kaiserzeit 473; Reicke, Hammersteinsche Ehehandel 222. Wolter, Synoden 309 ff.

Kommentar

Über die Veranlassung des Schreibens durch den Hammersteiner Eheprozeß vgl. n. 1266. Der Brief der Mainzer Suffragane an den Papst wird gewöhnlich auf die am 13. Mai 1024 in Höchst tagende Mainzer Provinzialsynode datiert (vgl. Boye, QuKat. 77 ff.). Damals war jedoch Papst Benedikt VIII. schon tot (vgl. n. 1276), was in Deutschland durchaus schon bekannt gewesen sein könnte. So hat Harttung 596 das Schreiben auf Jan. 1024 datiert, als in Deutschland über die päpstlichen Maßnahmen gegen Aribo noch nichts Genaues bekannt war. Man weiß jedoch nichts von einer Mainzer Provinzialsynode zu dieser Zeit, ohne die das Zustandekommen des Schreibens schwerlich angenommen werden kann. Kippenberger 28 f. hat nun die Vermutung geäußert und durch Stilvergleich glaubhaft zu machen versucht, daß der Brief von Erzbischof Aribo selbst für die von ihm geplante Synode entworfen und dann trotz des inzwischen erfolgten Todes des Papstes nach Rom entsandt wurde. Eine päpstliche Antwort ist nicht ergangen.

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Empfohlene Zitierweise

RI II,5 n. 1275, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1024-00-00_2_0_2_5_0_1336_1275
(Abgerufen am 25.05.2017).