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RI II Sächsisches Haus (919-1024) - RI II,5

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Papst Benedikt (VIII.) setzt gemäß früheren päpstlichen Bestimmungen und auf Grund der durch den Kaiser Heinrich vorgenommenen Übertragung des Weiherechtes über die Äbte von Montecassino an die Päpste fest, daß bei Strafe des Anathems für solche Weihen keinerlei Gebühren gefordert werden dürfen (ut nunquam de consecratione Casinensis abbatis, quam hodie a serenissimo filio nostro Heinrico imperatore suscepimus, pretium aut censum aut dationem requirant aut exigant). ‒ Constitutum praedecessoribus meis ... Actum die apostolorum Petri et Pauli.

Überlieferung/Literatur

Org.: Kop.: 12. Jh., Montecassino Arch. abb.: Registrum Petri diac. fol. 38v. Erw.: Petrus diac., Chr. IV 123 (MGSS. XXXIV 597). Drucke: Tosti, Storia I 255; Migne, PL. 139, 1635; Zimmermann, PUU. 1021 n. † 537. Reg.: J. CCCLXXVIII; JL. † 4039; IP. VIII 133 n. † 59; Santifaller, LD. 326; Santifaller, Elenco 337; GP. VII/1, 51 n. † 131. Lit.: Caspar, Petrus Diaconus 188 f.

Kommentar

Die zuerst im Register des Petrus diac. überlieferte Urkunde bzw. Konstitution des Papstes (zur weiteren Überlieferung vgl. IP. VIII 133 n. † 59 u. 115) erweist sich schon durch ihr völliges Abweichen von dem in der Papstkanzlei üblichen Formular als Fälschung, dessen Urheber der als Falsifikator wohlbekannte Petrus diac. wohl selbst war. Auffällig ist schon das Protokoll ohne Adresse und mit der unmöglichen Intitulation: Ego Benedictus catholice sedis episcopus. Im Kontext nimmt die Sanctio negativa den meisten Raum ein. Am Schluß finden sich die angeblichen Unterschriften des Patriarchen Poppo von Aquileja, des Erzbischofs Pilgrim von Köln, der Bischöfe Johannes von Nepi und Boso von Tivoli sowie der Kanzler Heinrichs Peregrin, Everard und Hugo. Die Fälschung sollte ebenso wie n. 1245 und n. 1246 dazu dienen, die freie Abtwahl in Montecassino zu sichern. Zur Übertragung des Weiherechtes an die Päpste durch Kaiser Heinrich vgl. n. 1246. Als Entstehungszeit der Fälschung ist spätestens 1137 anzunehmen, wie sich aus der Chr. Casinensis des Petrus diac. (MGSS. XXXIV 597) ergibt; vgl. auch IP. VIII 178 n. 247. Ort und Jahr der Datierung ergeben sich aus n. 1246.

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Empfohlene Zitierweise

RI II,5 n. †1247, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1022-06-29_4_0_2_5_0_1308_F1247
(Abgerufen am 19.01.2017).