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RI II Sächsisches Haus (919-1024) - RI II,5

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Kaiser Heinrich vertraut dem Papste Benedikt (VIII.) und dessen Nachfolgern (Benedicto urbis Rome sanctissime pape eiusque successoribus canonice in apostolicam sedem substituendis) das Reichskloster Montecassino (Casinensis ecclesia ..., que specialibus ad Romanum spectat imperium) an; empfiehlt ihm den Schutz der von genannten früheren Kaisern gewährten klösterlichen Privilegien; überträgt den Päpsten die Weihe der Äbte, wofür ihnen bei Reisen nach und von Benevent (in eundo et redeundo Beneuentum) eine Mahlzeit vom Kloster verabreicht werden solle, das sonst zu keinerlei Leistungen für die Päpste verpflichtet sei; verbietet simonistische Abtwahlen; befiehlt die Anzeige der Abtwahlen an den Kaiser und die Einholung von dessen Zustimmung vor der Weihe, widrigenfalls dieser eine Ernennung vornehmen dürfe, und setzt als Buße für Rechtsverletzung die Zahlung von tausend Pfund reinen Goldes zur Hälfte an die kaiserliche Kammer, zur Hälfte an das Kloster fest. ‒ Ad Romani imperii curam ... A. ab incarn. Dom. MXXII., ind. V., a. vero dom. Heinrici excellentissimi hac invictissimi Romanorum imp. aug. regni XXII., imp. autem IX., actum in Monte Casino.

Überlieferung/Literatur

Druck: MG. DH. II n. 531. Erw.: Petrus diac., Chr. IV 123 (MGSS. XXXIV 597). Reg.: IP. VIII 133 n. † 61; Böhmer-Graff n. 2024. Lit.: Hirsch, Jahrbücher III 208 Anm. 2; Wappler, Papst Benedikt 68 f.; Caspar, Petrus Diaconus 187 ff.

Kommentar

Das im Register des Petrus diac. überlieferte Diplom Heinrichs ist ebenso wie n. 1245 und n. 1247 eine Fälschung des Petrus diac., die vor allem die Unabhängigkeit des Klosters gegenüber päpstlichen Ansprüchen festlegen wollte und Kaiser Lothar III. 1137 (Böhmer-Petke n. 635) für die Durchsetzung der klösterlichen Forderungen gewann, wie sich auch aus der Chr. Casinensis des Petrus diac. ergibt. Ebenso wie in n. 1245 ist die Berechnung der Königsjahre falsch, durch die Angabe des Ausstellungsortes läßt sich die angebliche Urkunde auf Ende Juni 1022 datieren, zu welcher Zeit Heinrich und Benedikt in Montecassino weilten. In n. 1247 wird die Übertragung des Weiherechtes an den Papst erwähnt, woraus sich die Datierung auf den 29. Juni 1022 ergibt. Zur Nennung kaiserlicher Vorurkunden vgl. Caspar 188 Anm. 5.

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Empfohlene Zitierweise

RI II,5 n. †1246, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1022-06-29_3_0_2_5_0_1307_F1246
(Abgerufen am 18.10.2017).