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RI II Sächsisches Haus (919-1024) - RI II,5

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Papst Benedikt VIII. berichtet allen Gläubigen (omnibus fidelibus Christianis) über den Besuch Kaiser Heinrichs in Montecassino (perrexit ad monasterium sancti Benedicti, quod situm est in monte, qui dicitur Castro Casini, ubi sacratissimum corpus eiusdem sanctissimi Benedicti humatum est) 〈und über dessen wunderbare Heilung, als er trotz seiner Zweifel an der Anwesenheit der Reliquien des Benedikt (von Nursia) diesem im Kloster Verehrung erwiesen habe und dem Benedikt dann im Traume erschienen sei〉, sowie über die Schenkungen, welche bei diesem Anlaß der Kaiser zum eigenen Seelenheil 〈wie auch der Erzbischof Pilgrim (von Köln) und er selbst in Anwesenheit des Patriarchen Poppo von Aquileja und verschiedener Bischöfe und Äbte Galliens und Italiens〉 dem Kloster Montecassino dargebracht habe. ‒ Notum esse volumus ... 〈A. ab incarn. Dom. MXXIII., pont. vero dom. Benedicti VIII. pp. sedente a. XII., imp. vero dom. Heinrici imp. Rom. X., ind. VI., men. Jul., die XXVIII.〉

Überlieferung/Literatur

Org.: Kop.: 1) um 1100, Rom Bibl. Vat.: Cod. Vat. lat. 6198 fol. 42v. 2) 12. Jh., Montecassino Arch. abb.: Registrum Petri diac. fol. 12. Erw.: Leo v. Ostia, Chr. II 43 (MGSS. XXXIV 250). Drucke: V. Laurentius, Chronica sacri Casinensis caenobii (Venedig 1513) fol. 192v; Margarini, Bull. Casinense I 7; Tosti, Storia I 251; Migne, PL. 139, 1636; Zimmermann, PUU. 1017 n. 535. Reg.: J. CCCLXXIX; JL. † 4040; IP. VIII 132 n. † 58; GP. VII/1, 52 n. † 131. Lit.: Hirsch, Jahrbücher III 361 ff.; Chamard, Les reliques de St-Benoît 170 f.; Wappler, Papst Benedikt 68; Caspar, Petrus Diaconus 108 ff.; Hoffmann, Abtslisten 306 ff.

Kommentar

Zur weiteren Überlieferung vgl. IP. VIII 132 n. † 58. Zur angeblichen Heilung Kaiser Heinrichs in Montecassino vgl. n. 1242. Der Bericht darüber fehlt in der ältesten Kopie, die Hoffmann in der Nachfolge von H. Bloch, Monte Cassino in the Middle Ages, I (Rom 1986) 17 ff. für echt hält. Die Verfälschung des Petrus diac. erfolgte auf Grund der Erzählung Leos v. Ostia. Nur die Schlußpartien (Sanktionen) entsprechen freilich im Formular einer Papsturkunde und wurden wohl auch auf Grund einer solchen gestaltet. Die zitierte, in der Papstkanzlei ebenfalls unmögliche Datierung findet sich zuerst bei Laurentius. Brauchbar ist davon höchstens die Tagesangabe. Laut Leo v. Ostia erfolgte die Ausstellung während des Aufenthaltes von Kaiser und Papst in Montecassino Ende Juni 1022 (n. 1241). Die Nennung der Zeugen am Urkundenschluß sollte die Glaubwürdigkeit der Urkunde und vor allem der Wundergeschichte erhöhen. Diese, die Zeugennamen und auch die Aufzählung der angeblichen Schenkungen des Papstes und Pilgrims an das Kloster, fehlen in der erstzitierten Kopie, die nur kaiserliche Gaben nennt. Der Papst soll eine Planeta, eine Stola und eine Manipel dargebracht haben. Über weitere Schenkungen Benedikts VIII. vgl. n. 1264. Über die Frage des Vorhandenseins der Reliquien Benedikts in Montecassino vgl. jüngst das Werk „Il sepolcro di S. Benedetto” (Miscellanea Cassinese 27/1951) und P. Meyvaert, Peter the Deacon and the Tomb of Saint Benedict (Rev. bén. 65/1955, 3‒70).

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Empfohlene Zitierweise

RI II,5 n. 1243, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1022-06-28_1_0_2_5_0_1304_1243
(Abgerufen am 27.05.2017).