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RI II Sächsisches Haus (919-1024) - RI II,5

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Kaiser Heinrich berichtet dem Papst Benedikt (VIII.) über seine wunderbare Heilung durch eine nächtliche Erscheinung Benedikts von Nursia und ersucht, seine aus diesem Anlaß dem Kloster Montecassino dargebrachten Schenkungen durch eine Papsturkunde zu bestätigen. Der Papst läßt eine Messe für das Heil des Herrschers und der ganzen Christenheit zelebrieren, vermehrt die Schenkungen Heinrichs durch eigene Gaben und fertigt wunschgemäß eine Urkunde (n. 1243) aus.

Überlieferung/Literatur

Erw.: Leo v. Ostia, Chr. II 43 (MGSS. XXXIV 247 ff.); Adalbert v. Bamberg, Vita Heinrici 25 (MGSS. IV 807); Vita Meinwerci 23 (Tenckhoff, SS. rer. G. 59/1921, 29); Chr. min. Erphordensis (Holder-Egger, SS. rer. G. 42/1899, 626). Reg.: Böhmer-Graff n. 2021 b. Lit.: Hirsch, Jahrbücher III 361 ff.; Chamard, Les reliques de St-Benoît 80 f.; Wappler, Papst Benedikt 68; H. Günter, Kaiser Heinrich der Heilige (1904) 86 ff.; H. Schöppler, Die Krankheiten Kaiser Heinrichs II. und seine Josefsehe (Arch. f. Gesch. d. Medizin 11/1919, 200‒205); P. Wisotzki, Das Benediktswunder Kaiser Heinrichs II. (Medizinhistorisches Journal 23/1988, 42‒65).

Kommentar

Der älteste Bericht über die wunderbare Heilung Kaiser Heinrichs findet sich bei Amatus v. Montecassino (Bartholomaeis, FSI. 76/1935, 39 ff.), wo jedoch von einem Handeln des Papstes keine Rede ist. Leo v. Ostia datiert das Ereignis mit Recht auf die Zeit des Aufenthaltes Heinrichs und Benedikts VIII. in Montecassino im Juni 1022, während spätere Quellen irgendeinen Gelegenheitsbesuch des Kaisers in Montecassino anzunehmen scheinen, von dem später dem Papste in Rom berichtet wurde. Es handelt sich jedenfalls um eine immer mehr ausgeschmückte Legende zur Verherrlichung Benedikts von Nursia. Die angebliche Papsturkunde (n. 1243) ist eine auf Grund der Chr. Leos hergestellte Fälschung.

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Empfohlene Zitierweise

RI II,5 n. †1242, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1022-06-00_2_0_2_5_0_1303_F1242
(Abgerufen am 24.01.2017).