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RI II Sächsisches Haus (919-1024) - RI II,5

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Vor Papst Benedikt (VIII.) klagen Mönche des Klosters Rodas (D. Gerona) im Auftrag ihres Abtes Petrus, daß ihr unter päpstlichem Schutz stehendes Kloster manchen Bedrückungen seitens der Potentaten seiner Umgebung leiden müsse. Auf Bitte der Mönche befiehlt der Papst den Grafen Hugo (von Ampurias) und Wilhelm (I. von Besalú) bei Strafe der Exkommunikation, alle dem Kloster widerrechtlich entfremdeten Güter zu restituieren und nichts gegen den Willen des Abtes zu behalten. Ebenso ergeht an die spanischen und südfranzösischen Bischöfe der Provinz Narbonne der päpstliche Befehl, eine Synode zu veranstalten, das Kloster in seinen Besitzungen und Rechten wiederherzustellen, die beiden Grafen und deren Untertanen zur Rückgabe der Klostergüter zu verhalten und notfalls in Vertretung des Papstes die Exkommunikation über die Feinde des Klosters zu verhängen. Das Kloster erhält endlich ein päpstliches Privileg mit der Bestätigung des päpstlichen Schutzes und der Klosterbesitzungen, worin die dem Kloster gehörigen Orte namentlich genannt und die Grenzen des Klosterterritoriums umschrieben werden.

Überlieferung/Literatur

Erw.: n. 1257 u. n. 1232 sowie Memoriale sive inventarium instrumentorum et scripturarum monasterii s. Petri Rodensis fasc. 13 n. 33 (Kehr, PUU. in Spanien I 115). Reg.: JL. *4034 u. *4035; Kehr, PUU. in Spanien I 115 n. 33. Lit.: Kehr, Prinzipat 21; Villada, Hist. de España III 325; Abadal, L'abat Oliba 156 ff.; Bauer, Rechtsverhältnisse 109 ff.; Engels, Schutzgedanke 124 f.

Kommentar

Wer die Empfänger des päpstlichen Mandates waren, muß aus dem späteren Schreiben des Abtes Petrus (n. 1257) erschlossen werden, wo der Papst an seine Exkommunikationsdrohung erinnert wird (unicuique comiti sub excommunicatione mandastis ...) und am Schluß neue Mandate gegen die Grafen Hugo und Wilhelm erbeten werden. Das päpstliche Mandat an Hugo von Ampurias ist erhalten (n. 1232), während das an den Grafen von Besalú heute verschollen ist. Auch über das Papstschreiben an die Bischöfe der Provinz Narbonne erfahrt man nur aus dem zitierten Brief des Abtes Petrus, wo nebst dem Erzbischof Wifred von Narbonne diejenigen Bischöfe genannt werden, die dem päpstlichen Befehl nachgekommen seien und das Kloster entsprechend gefördert hätten. Über den Erfolg der päpstlichen Mandate vgl. n. 1257. Daß durch die Boten des Abtes in Rom auch eine Bestätigung der Rechte und Besitzungen des Klosters erbeten und vom Papste wunschgemäß gewährt wurde, wird zwar in n. 1257 nicht erwähnt, muß aber mit größter Wahrscheinlichkeit angenommen werden. Der letzte Archivar von Ripoll Olzinellas verzeichnet in seinem zitierten Memoriale fasc. 13 n. 33 das Transsumpt einer von ihm im Archiv von Rodas gefundenen Papsturkunde und gibt deren Inhalt in Regestenform wieder. Es handelt sich offenbar um die Bestätigungsurkunde Benedikts VIII., obgleich wohl durch einen Irrtum als Aussteller ein Papst Benedikt III. erscheint. Laut Olzinellas soll diese Urkunde das Datum in men. Nov. et ind. IV. getragen haben. Wird die in der päpstlichen Kanzlei damals übliche griechische Indiktion vorausgesetzt, so ist das angegebene Indiktionsjahr für Nov. 1021 entweder falsch berechnet oder falsch gelesen worden. Kehr identifiziert das von Olzinellas wiedergegebene Regest mit den päpstlichen Mandaten an die Grafen oder Bischöfe. Aus dem Wortlaut des Regestes muß aber eher an ein heute verlorenes päpstliches Konfirmationsprivileg für Rodas nach dem Muster von n. 522 oder n. 686 gedacht werden, umso mehr als auch der Inhalt der Mandate Benedikts an die Grafen durch n. 1232 bekannt ist. Über das heute verlorene Archiv von Rodas vgl. Kehr, PUU. in Spanien I 163 f. Der Zeitpunkt der Vorsprache der Mönche von Rodas ergibt sich einmal aus dem Regest des Olzinellas, das wenigstens den Monat Nov. nennt, zum anderen aus n. 1257, wo die Klage der Mönche und die daraufhin erfolgten päpstlichen Maßnahmen als im vergangenen Jahr (transacto anno) geschehene Ereignisse erwähnt werden. Vgl. zur Datierung auch Kehr I 262.

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Empfohlene Zitierweise

RI II,5 n. 1231, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1021-11-00_2_0_2_5_0_1292_1231
(Abgerufen am 21.09.2017).