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RI II Sächsisches Haus (919-1024) - RI II,5

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Papst (Benedikt VIII.) befiehlt dem Herzog Dietrich (I.) von Oberlothringen wegen der Inhaftierung seiner Mutter (Beatrix) eine Bußschenkung zugunsten des Kanonikerstiftes St-Maxe in Bar (D. Toul).

Überlieferung/Literatur

Erw.: Fundatio monasterii s. Maximi Barrensis (MGSS. XV 981). Reg.: ‒ Lit. R. Parisot, Les origines de la Haute-Lorraine et de sa première maison ducale (Paris 1909) 231 f.; W. Mohr, Gesch. d. Hzgt. Lothringen, I (1974) 65 ff.

Kommentar

Laut dem zitierten Güterverzeichnis des Kollegiatstifts St-Maxe in Bar (ed. fragm. auch L. Viellard, Documents et mémoire pour servir a l'histoire du territoire de Belfort, Besançon 1884, 94) soll der oberlothringische Herzog Dietrich (I.) dieser Kirche ex praecepto papae pro captae genitricis absolutione u. a. eine Mühle geschenkt haben, ut adimpleret, quod sibi papa praeceperat, videlicet ... pro delicto captae matris. Das zuerst bei A. Calmet, Hist. de Lorraine II (Nancy 1728) Sp. 71 überlieferte Verzeichnis datiert hier 1032, doch ändert Calmet das Jahr in der 2. Aufl. (1748) II 250 auf 1022. Seine Quelle ist das ebenfalls bei ihm edierte Chronicon Mediani-monasterii des Johannes von Bayon aus dem 14. Jh. Aus ihm weiß er (Sp. 252 Anm. i), daß Dietrich seiner Mutter Beatrix anno 1011, cum non posset petitione, regimen ducatus violencia extorsit. Jedoch verschwindet Beatrix schon 987 aus den Quellen, nachdem sie seit 978 für den unmündigen Dietrich in Oberlothringen die Regentschaft geführt hatte. Ihre gewaltsame Verdrängung und Gefangennahme müßte damals erfolgt sein; ihr Todesjahr (wohl kurz nach 1000) (vgl. LexMa I 1745) ist unbekannt. Eine Sühneleistung 1022 oder 1032 erscheint reichlich spät. Der päpstliche Befehl dazu könnte Ende April 1020 erfolgt sein, als auch Dietrich in Bamberg mit Benedikt VIII. (vgl. n. 1221) zusammentraf. Die Glaubwürdigkeit der Fundatio ecclesiae s. Maximi Barrensis mit ihrem Güterverzeichnis wird aber gering geachtet. Weder zu 1022 noch zu 1032 stimmen alle genannten Stifter und Zeugen.

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Empfohlene Zitierweise

RI II,5 n. †1221a, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1020-04-00_3_0_2_5_0_1279_F1221a
(Abgerufen am 18.10.2017).