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RI II Sächsisches Haus (919-1024) - RI II,5

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Kaiser Heinrich bestätigt dem Papst Benedikt (VIII.) als Vikar des Apostels Petrus (tibi beato Petro ... et per te vicario tuo domno Benedicto summo pontifici) (mit wörtlicher Benützung von n. 305) gemäß früheren Verfügungen, besonders den Schenkungen (der Könige und Kaiser) Pippin (I.), Karl (I.), Ludwig (I.), Otto (I.) und Otto (II.), genannte Territorien (des Kirchenstaates) samt deren Pertinenzen sowie bestimmte Rechte, fügt weiters das Kloster Fulda (Fuldense monasterium) samt dem Recht der Abtweihe hinzu, bestätigt alle päpstlichen Besitzungen nördlich der Alpen (in ultramontanis partibus) mit Ausnahme der (seinerzeit) (n. 1127) gegen königliche Domänen im Gebiet von Narni, Terni und Spoleto eingetauschten und indessen der Bamberger Kirche übergebenen Höfen Antiesenhofen, Winhöring und Wielenbach (in Bayern), welcher Tausch ausdrücklich bestätigt wird, und überträgt außerdem das Bistum Bamberg (episcopium Bambergense) in den päpstlichen Schutz (sub tuitione ... offerimus), wofür der Bamberger Bischof dem Papste statt eines Zinses jährlich einen Schimmel schulde.

Überlieferung/Literatur

Druck: MG. Const. I 65. Reg.: Guttenberg, Reg. 74 n. 157, Böhmer-Graff n. 1968; GP. III/3, 250 n. 6, IV/4, 86 n. 102, 280 n. 7, 377 n. 60, VII/1, 52 n. 130, X/1, 52 n. 86. Lit.: Hirsch, Jahrbücher III 168 ff; Wappler, Papst Benedikt 61 f.; Kölmel, Kirchenstaat 72; Ganahl, Studien 73 f.; Mikoletzky, Kaiser Heinrich 68 f.; Herrmann, Tuskulanerpapsttum 34 f.; Drabek, Verträge 78 ff.; Wolter, Synoden 282; Hussong, Reichsabtei Fulda I 155.

Kommentar

Zur Überlieferung und zur Echtheit vgl. die Bemerkungen zu den Editionen in MG. DH. II n. 427 u. MG. Const. I 65 sowie H. Bloch, Die Überlieferung des Privilegs Heinrichs II. für die römische Kirche (NA. 25/1900, 681 ff.). Die Urkunde folgt mit Ausnahme der Hinzufügungen wörtlich n. 305. Über die älteren Kaiserpakten vgl. Stengel, Zur ma. Gesch. 218 ff. Am Ende des Diploms stehen die Unterschriften des Kaisers (vgl. Schlögl, Unterfertigung 92 ff.), der Erzbischöfe Erchembald von Mainz, Heribert von Köln und Poppo von Trier, der Bischöfe Dietrich (II.) von Metz, Eberhard von Bamberg, Meginhard von Würzburg. Wizilin (= Werner) von Straßburg, Walter von Speyer, Ruodhard von Konstanz, Ulrich von Chur, Adalbero (II.) von Basel, Haimo von Verdun und Walter von Eichstätt, der Äbte Richard von Fulda, Arnold von Hersfeld, Burchard (II. von St. Gallen) und Ruodho von Ellwangen, der Herzöge Gottfried (II. von Niederlothringen), Bernhard (II. von Sachsen), Dietrich (I. von Oberlothringen) sowie von acht Grafen und neun anderen. Zur Übertragung von Fulda, die auch in den Ann. necr. Fuldenses 1020 (MGSS. XIII 210) erwähnt wird, vgl. auch n. 1223 und die dort zitierte Literatur, zur Übertragung von Bamberg vgl. die Erwähnung in n. 1224, woraus sich auch ergibt, daß das undatierte Kaiserdiplom spätestens an diesem Tage in Fulda, eher aber früher, während des päpstlichen Aufenthaltes in Bamberg (n. 1210 ff.), ausgestellt worden sein muß. Vor 1020 kann wegen der Unterschrift Walters von Eichstätt nicht datiert werden. Vgl. weiters die Erwähnungen in bezug auf Bamberg bei Leo v. Ostia (MGSS. XXXIV 254), Adalbert v. Bamberg (MGSS. IV 807), Vita Meinwerci (Tenckhoff, SS. rer. G. 59/1921, 29) und Chr. min. Erphordensis (Holder-Egger, SS. rer. G. 42/1899, 626). Zur angeblichen Palliumverleihung an die Bamberger Bischöfe bei Gelegenheit der Kommendation des Bistums in den Papstschutz vgl. schon n. 1023. In n. 1224 fehlt ein solches Privileg.

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Empfohlene Zitierweise

RI II,5 n. 1221, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1020-04-00_2_0_2_5_0_1278_1221
(Abgerufen am 21.02.2018).