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RI II Sächsisches Haus (919-1024) - RI II,5

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Patriarch Poppo von Aquileja sendet Boten zu Papst Benedikt (VIII.) und erbittet eine endgültige päpstliche Entscheidung über seinen Streit mit Grado sowie die Ladung des Patriarchen Ursus von Grado zum Papstgericht. Der Papst zitiert darauf Ursus vor eine Synode nach Verona, jedoch entschuldigt sich dieser durch Gesandte, daß er aus Furcht vor Kaiser (Heinrich) und vor Nachstellungen des Patriarchen Poppo nicht persönlich erscheinen könne. Der Papst laßt diesen Entschuldigungsgrund gelten.

Überlieferung/Literatur

Erw.: Urk. Johannes' XIX. v. 1024 XII. (Zimmermann, PUU. 1059 f.) u. Andrea Dandolo, Chr. IX 2 (SS. rer. Ital. XII/1, 205). Reg.: IP. VII/1, 28 n. *47 u. VII/2, 51 n. *73; Boye, QuKat. 76. Lit.: Lenel, Studien 90; Kehr, Rom und Venedig 83 ff.; Fornasari, Enrico e Benedetto 53 f.

Kommentar

Über zwei vorhergehende Synoden in Ravenna und Rom vgl. n. 1144 u. n. 1157. Aus den Akten eines römischen Konzils vom Jahre 1027 (MG. Const. I 84), das den Streit zwischen Aquileja und Grado zugunsten Poppos entschied, erfährt man, daß Ursus bereits zu drei Synoden geladen war: olim tempore beati Benedicti pape atque Henrici imperatoris ad Ravennatem atque Romanam necnon Veronensem synodum canonice appellatus. In der Urkunde Johannes' XIX. wird von einer Berufung des Patriarchen Ursus durch Benedikt VIII. nach Rom (vgl. n. 1144) berichtet, doch glaubt Kehr 83 f. auf Grund der Übereinstimmung mit dem Bericht Dandolos an eine Verwechslung mit dem Veroneser Konzil. Wegen der Nennung des erst seit 1019 regierenden Patriarchen Poppo (vgl. dazu zuletzt E. Klebel, Zur Geschichte der Patriarchen von Aquileja, FS. R. Egger 1/1952, 400 f.) bei Dandolo muß die Klageerhebung Poppos, die Zitation des Ursus und die von Dandolo nicht erwähnte Synode von Verona mit Kehr ins Jahr 1020 datiert werden. Über die falsche Datierung bei Fornasari ins Jahr 1014 vgl. n. 1144. Nur für eine Reise von Grado nach Verona, also durch und in das Metropolitangebiet des Patriarchen von Aquileja, erscheint es sinnvoll, von insidias sibi in itinere paratas zu sprechen, die laut Dandolo Ursus seitens des Patriarchen Poppo befürchtet habe. Die Veroneser Synode könnte entweder für Frühjahr 1020 geplant gewesen sein, als Benedikt VIII. nach Bamberg reiste (n. 1209), oder für die Zeit von dessen Rückreise im Sommer 1020. Zum Streit zwischen Aquileja und Grado vgl. außer den zitierten Arbeiten von Lenel und Kehr H. Schmidinger, Patriarch und Landesherr (1954) 7 ff. und Herrmann, Tuskulanerpapsttum 89 ff. sowie die dort angeführte Literatur.

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Empfohlene Zitierweise

RI II,5 n. 1208, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1020-00-00_1_0_2_5_0_1265_1208
(Abgerufen am 23.03.2017).