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RI II Sächsisches Haus (919-1024) - RI II,5

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Papst Benedikt (VIII.) teilt allen Bischöfen Galliens mit (dilectissimis fratribus universis episcopis per Galliam constitutis), daß er auf briefliche Bitten des Kaisers Heinrich und gemäß dem Beispiel früherer Päpste dem seinerzeit von Columban (dem Jüngeren) begründeten und jetzt unter der Leitung des Abtes Milo stehenden Kloster Luxeuil (monasterio beati Petri apostolorum principis in loco, qui dicitur Luxovium) (D. Besançon) ein Privileg erteilt habe, wodurch dem Kloster das Recht der freien Abtwahl verliehen wurde und das Recht, Weihen und Chrisma von jedem beliebigen Bischof gratis zu erbitten; verbietet besonders dem Diözesanbischof, auf die Klosterangelegenheiten Einfluß zu nehmen, unterstellt die Mönche der alleinigen Korrektionsgewalt des Abtes und diesen wiederum dem apostolischen Stuhl, und bedroht endlich Rechtsverletzung mit Deposition, Exkommunikation und kaiserlicher Ungnade. ‒ Quamquam prisce regule decreta ... Scr. pm. Benedicti not. SRE. in men. Apr., ind. I.

Überlieferung/Literatur

Org.: Kop.: Vidimus 1290, Paris Arch. nat.: Trésor des chartes J 208 Luxeuil 15. Drucke: A. Teulet, Layettes du trésor des chartes, I (Paris 1863) 15; Zimmermann, PUU. 988 n. 521; Moyse, Luxeuil 192. Reg.: J. CCCLXXX; JL. † 4023; Santifaller, LD. 326; Santifaller, Elenco 335. Lit.: Mabillon, Ann. IV 256; Gall. Christ. XV 146 u. 152; H. Baumont, Étude historique sur l'abbaye de Luxeuil (Luxeuil 1895) 10; Vregille, Hugues de Salins II 840; G. Moyse, Luxeuil et la papauté jusqu'au XI siècle (in: Stud. u. Dok. zu Gallia Pont. 1/1993, 182 ff.).

Kommentar

Zur Überlieferung vgl. auch Wiederhold, PUU. in Frankreich I 14. Bei Mabillon findet sich die Datierung Dat. Romae id. men. Apr., ind. I. Das Privileg folgt weitgehend der Urkunde Johannes' IV. für Luxeuil (JK. † 2045), die bereits von L. G. O. de Bréquigny-J. M. Pardessus, Diplomata chartae et instrumenta aetatis Merovingicae, II (Paris 1849) 67 n. 2 als Fälschung erwiesen wurde. Für die auf angebliche Intervention Heinrichs II. erfolgte Bestätigung Benedikts VIII. nehmen jetzt Vregille und Moyse wegen der textlichen Übereinstimmungen mit den Nachurkunden Leos IX. von 1049 (JL. 4202) und Innozenz II. von 1136 (JL. 7797) gegen frühere Zweifel Echtheit an. Vgl. die Paralleldrucke bei Moyse 192 ff.

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Empfohlene Zitierweise

RI II,5 n. 1202, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1018-04-13_1_0_2_5_0_1259_1202
(Abgerufen am 24.03.2017).