Regestendatenbank - 174.569 Regesten im Volltext

RI II Sächsisches Haus (919-1024) - RI II,5

Sie sehen den Datensatz 1232 von insgesamt 1338.

Papst Benedikt (VIII.) bestätigt dem Abt (Caesarius) von Montserrat (Cesario abbati venerabilis cenobii sancte Caecilie Montisserrati) (D. Vich) wunschgemäß die Exemtion seines Klosters, dessen Romfreiheit (semper liberum et solidum retineat sue ac Romane ecclesie potestati) und dessen Besitzungen und Einkünfte, weiters das Recht der freien Abtwahl gemäß der Benediktinerregel sowie das Recht, die taxfreie Weihe des Abtes von jedem beliebigen Bischof oder in Rom zu erbitten. ‒ Quoniam concedenda sunt ... Scr. pm. Petri diac. SRE. et canc. s. palatii in men. Dec., die XVI.,a. ab incarn. Christi DCCCCXLVIII.,〉 ind. XV.

Überlieferung/Literatur

Org.: Kop.: 17. Jh., Paris Bibl. nat.: Coll. Baluze 107 fol. 309. Drucke: Marca-Baluze, Marca hispanica 895; Cocquelines, Bull. I 271; Tomassetti, Bull. I 432; Migne, PL. 135, 1090; Kehr, PUU. in Spanien I 249; Abadal in La Paraula Cristiana 6/1927, 337; Zimmermann, PUU. 957 n.† 504. Reg.: J. CCCLXXII; JL. † 3774; Santifaller, LD. 325; Santifaller, Elenco 333. Lit.: Kehr, Prinzipat 19; Abadal, Cesari 333 ff.

Kommentar

Zur Überlieferung vgl. Kehr, PUU. in Spanien I 113, 133 u. 249. Marca bezog seinen Text aus dem Archiv von Montserrat, Baluze lag ein Transsumpt von 1651 vor. Laut dem Zeugnis von J. Pasqual, Monumenta III 78 (vgl. Kehr, PUU. in Spanien I 37) waren Ende des 18. Jh. noch zwei Kopien aus dem 12. und 13. Jh. vorhanden, die heute verloren zu sein scheinen. Bereits im Jahre 1026 berief sich Abt Bonifilius von Montserrat auf ein privilegium Romani antistitis, das die Unabhängigkeit des Cäcilienklosters bestätigt haben soll (Madrid, Bibl. de la Academia de la Historia, Coll. Traggia II fol. 125v). Außerdem wurde 1220 eine Kopie der Papsturkunde von den Mönchen vorgelegt, als vor Erzbischof Sparago von Tarragona der Streit zwischen dem Kloster und dem Bischof von Vich über die Klosterexemtion entschieden werden sollte. Der Erzbischof entschied damals gegen das Kloster und verdammte das vorgelegte Diplom als Fälschung. Im diesbezüglichen erzbischöflichen Schreiben (Vich, Arch. episcopal, tom. 853 n. 104 u. tom. 976) wird ebenfalls das Papstprivileg erwähnt und zitiert. Das angegebene Inkarnationsjahr stand nicht im Text, den Marca benützte, wohl aber in der 1220 vorgelegten Urkunde und ebenfalls in den beiden Kopien, die Pasqual kannte. Kehr, PUU. in Spanien I 251 f. hält diese Jahresangabe und auch die Nennung des Abtes Caesarius in der Adresse für Interpolationen. Er meint, daß das Privileg im Kern echt sei, für das Cäcilienkloster von Benedikt VIII. ausgestellt und von dem damals regierenden Abt Bonifilius erbeten wurde. Die angegebene Indiktion stimmt zum Jahre 1016. Wenn in älteren Drucken und Regestenwerken Benedikt VI. als Urheber erscheint, so geschieht das im Hinblick auf die Lebenszeit des Abtes Caesarius; vgl. über diesen auch n. 470. Abadal hält dagegen die Urkunde für eine in Montserrat etwa 1108 bis 1134 auf Grund von n. 1175 und n. 969 hergestellte Fälschung. Vgl. ebenso Bauer, Rechtsverhältnisse 91 f.

Nachtrag einreichen
Einreichen
Empfohlene Zitierweise

RI II,5 n. †1176, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1016-12-16_3_0_2_5_0_1232_F1176
(Abgerufen am 22.01.2017).