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RI II Sächsisches Haus (919-1024) - RI II,5

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Papst Benedikt (VIII.) bestätigt dem Abt 〈Caesarius〉 von Portella (Cesario abbati venerabilis cenobii de Portella) (D. Urgel) die wunschgemäß erfolgte Aufnahme seines Klosters in den Papstschutz (sub nostra protectione) sowie die klösterlichen Besitzungen und eximiert die Abtei gegen einen Jahreszins von drei Byzantiern von jeder geistlichen und weltlichen Gewalt. ‒ Convenit apostolico moderamini ... Scr. pm. Petri diac. SRE. et canc. s. palatii in men. Dec., die XVI., ind. XV.

Überlieferung/Literatur

Org.: Kop.: 18. Jh., Barcelona Bibl. cent.: Ms. 729 vol. III p. 78. Drucke: Analecta iuris pontificii X 313; Kehr, PUU. in Spanien I 254; Zimmermann, PUU. 955 n. 503. Reg.: JL. † 3775; Santifaller, LD. 325; Santifaller, Elenco 333. Lit.: Kehr, Prinzipat 19; Abadal, Cesari 335 ff.; Bauer, Rechtsverhältnisse 91 f.

Kommentar

Zur Überlieferung vgl. Kehr, PUU. in Spanien I 35, 133, 182, 187 f. u. 254 f. Der Druck in den Analecta stützt sich auf eine Abschrift in der Coll. Moreau in Paris, die wiederum auf eine heute verlorene Kopie des 12. Jh. zurückgeht. Die Kopie des 18. Jh. behauptet aus dem damals noch im Archiv von Montserrat liegenden Original genommen zu sein. Dort sei allerdings in der Adresse der Name des privilegierten Klosters getilgt und statt dessen s. Cecilie Montisserrati geschrieben gewesen. Die obige Adresse fand sich in dieser noch von Kehr eingesehenen Kopie, steht aber auch hier auf Rasur. Merkwürdig ist auch, daß vielleicht aus Platzmangel nicht der volle Klostername sancti Petri de Portella geschrieben oder eingefügt wurde. Ob die Urkunde tatsächlich für Portella ausgestellt wurde, bezeichnet daher Kehr, PUU. in Spanien I 255 f. als zweifelhaft. Sicher eine spätere Interpolation ist der Empfängername Caesarius; vgl. ebenso n. 1176. Die Namen der ersten Äbte des 1003 begründeten Klosters sind unbekannt, unter den Äbten von Montserrat aber gibt es, allerdings in der Mitte des 10. und nicht am Anfang des 11. Jh., jenen berühmten Abt Caesarius, der sich auch Erzbischof von Tarragona nannte (vgl. n. 470). Auf Grund des falschen Abtnamens wurde vielfach Papst Benedikt VI. als Urheber des Diploms angesehen und dieses als Falsifikat verworfen. Die angegebene Indiktion kann jedoch nicht im Pontifikat Benedikts VI. untergebracht werden, während sie für 1016 stimmt. Das im 18. Jh. nachgezeichnete Bene valete läßt ebenfalls auf eine Urkunde Benedikts VIII. schließen; vgl. Santifaller, Neugestaltung 36 f. Wohl nur zur Verherrlichung des Abtes Caesarius wurde die echte Urkunde verfälscht. Auffällig ist aber auch, daß sich in den älteren Quellen zur Klostergeschichte nichts über den dem Kloster auferlegten Zins findet; vgl. Kehr, PUU. in Spanien I 256 und Pfaff, Lib. censuum 339 n. 632.

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Empfohlene Zitierweise

RI II,5 n. 1175, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1016-12-16_2_0_2_5_0_1231_1175
(Abgerufen am 31.03.2017).