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RI II Sächsisches Haus (919-1024) - RI II,5

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Der von Herzog Richard (II. von der Normandie) nach Rom entsandte Abt Wilhelm (von Fécamp) (D. Rouen) berichtet dem Papst Benedikt (VIII.) über die Förderung seines Klosters durch Richard und ersucht auch in dessen Namen um Bestätigung der klösterlichen Privilegien, insbesondere einer Urkunde König Roberts (II. von Frankreich). Der Papst bestätigt wunschgemäß die ihm vorgelegten Diplome durch Untersiegelung (oblatas Chartas suae sigillo excellentiae confirmavit) und übergibt dem Abt seinerseits eine Urkunde 〈, wodurch die Abtei Fécamp von der bischöflichen Jurisdiktion eximiert und nach dem Vorbild von Cluny allein der römischen Kirche unterstellt wird (Constituit Fiscannensem ecclesiam soli Romanae ecclesiae subiacere atque ab omnium aliarum ecclesiarum potestate immunem, absolutam et omnino liberam, forma Cluniacensis monasterii, permanere)〉.

Überlieferung/Literatur

Erw.: n. 1178 und Liber de monasterii Fiscanensis revelatione 22 (Langfors 39). Reg.:Lit.: Gall. christ. XI 203; Chevallier, Guillaume 126; Pfister, Robert le Pieux 310; Sackur, Cluniacenser II 46 f.; Steenstrup, Normandiets Historie 173 u. 217; Kölmel, Kirchenstaat 76; Lemarignier, Étude sur les privilèges d'exemption 37 ff. u. 59 ff.; Hallinger, Gorze-Kluny 502; Wolter, Ordericus Vitalis 25; Herval, Guillaume 36; Bulst, Wilhelm 153.

Kommentar

Abt Wilhelm von Dijon war im Jahre 1001 von Richard in die Normandie gerufen und mit der Leitung des reformbedürftigen Klosters Fécamp betraut worden. Im Jahre 1006 erhielt Fécamp ein herzogliches Privileg, das durch König Robert bestätigt wurde; vgl. Newman, Cat. 86 n. 69: H. Prentout. Quelques chartes de Richard II et de Richard III (Bulletin de la société des antiquaires de Normandie 33/1918, 208 f.); Lemarignier 34 ff.; Fauroux. Recueil des actes des ducs de Normandie 79; auch D. Douglas, The First Ducal Charter for Fécamp (L'abbaye bénédictine de Fécamp 1/1959, 47 ff.). Beide Privilegien wurden wohl in Rom vorgelegt und durch den Papst bestätigt. Das Original der Urkunde Richards, das Ch. H. Haskins, Norman Institutions (Cambridge 1918) 253 ff. ediert und auf Tafel 1 reproduziert, ist allerdings unten beschädigt, so daß sich keine päpstliche Untersiegelung feststellen läßt. Ebenfalls zeigt die von Lemarignier 247 als Original angesprochene und auf Tafel 1 faksimilierte Urkunde König Roberts keine Spuren einer päpstlichen Besiegelung. Das herzogliche und das königliche Privileg sichern dem Kloster Fécamp die Exemtion nach dem Beispiel Clunys. Mit dem von Abt Wilhelm erworbenen Papstprivileg ist wohl n. 1178 gemeint, da eine andere Urkunde Benedikts VIII. für Fécamp nicht bekannt ist. Von einer Exemtion des Klosters und von dessen Unterstellung unter die päpstliche Jurisdiktion verlautet allerdings in diesem Papstprivileg nichts. Vielmehr erscheint das Kloster als herzoglicher Besitz. Der zitierte Bericht des Liber de revelatione ist also ungenau und tendenziös (vgl. Lemarignier 56 ff. und Bulst 153), so daß aus ihm nur die Privilegierung der Abtei durch Benedikt VIII. entnommen werden kann. Das Datum des Romaufenthaltes Wilhelms ergibt sich aus n. 1178.

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Empfohlene Zitierweise

RI II,5 n. 1177, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1016-12-00_1_0_2_5_0_1233_1177
(Abgerufen am 27.02.2017).