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RI II Sächsisches Haus (919-1024) - RI II,5

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Papst Benedikt VIII. verkündet allen Gläubigen (singulis ac universis sancte matris ecclesie filiis), daß allen Büßern, die das Kloster Neuburg (monasterium sanctimonialium in Newnburg ordinis sancti Benedicti, Augustensis dyocesis, ad honorem beate Marie semper virginis eiusque paranimphi beati Johannis evangeliste fundatum) (D. Augsburg) an genannten Festtagen besuchen und an den klösterlichen Gottesdiensten teilnehmen oder das Kloster beschenken, ein Ablaß von 50 Quadragenen, 3 Jahren schwerer und 6 Jahren leichter Sündenstrafen (quinquaginta karrinas et tres annos criminalium et sex annos venialium peccatorum) gewährt wurde. ‒ Quoniam sancta Romana ecclesia ... Scr. pm. Benedicti Portuensis ep. et bibl. SRE. ‒ Dat. III. non. Jan. a. dom. Benedicti pp. VIII. IV., ind. III.

Überlieferung/Literatur

Org.: Kop.: 14. Jh., München StBibl.: Cod. lat. 23263 fol. 12. Drucke: M. Rottmanner, Beiträge zu den Regesta pontificum (Bl. f. d. bayer. Gymnasial- u. Realschulwesen 16/1880, 199); Pflugk-Harttung, Acta III 6; Zimmermann, PUU. 949 n.† 499. Reg.: JL. † 4009; GP. II/1, 94 n. † 1; Santifaller, LD. 325; Santifaller, Elenco 332.

Kommentar

Das in einer Abschrift des Martyrologium Bedae überlieferte Ablaßprivileg ist eine mit Hilfe von n. 1111 hergestellte Fälschung aus dem 14. Jh. Dafür spricht sowohl die in jener Zeit noch ungewöhnliche Ablaßerteilung durch den Papst als auch die Aufzählung der Ablaßtage, die auch einige damals noch nicht eingeführte Feste nennt. Ablaß soll erworben werden an den Festen der Klosterpatrone, zu Weihnachten, Neujahr, Epiphanias, Karfreitag. Ostern, Himmelfahrt, Pfingsten, Trinitatis, Fronleichnam (!), Kreuzauffindung, Kreuzerhöhung, Michaelis, Allerheiligen, Allerseelen, an den Festtagen der Geburt und der Enthauptung Johannes' des Täufers, an den Apostelfesten, bes. des Petrus und Paulus, an den Evangelistentagen, an den Festen der Märtyrer Stephanus, Laurentius, Vinzenz, Vitus, Hippolyt, Achatius, der Bekenner Martin, Nikolaus, Gregor, Ägidius, Augustin, der Seligen Maria Magdalena, Agnes, Margareta, Lucia, Katharina, Cäcilia, Elisabeth, an den Jahrestagen der Klosterweihe, in der Oktav der genannten Feste sowie an allen Sonn-, Feier- und Samstagen. In der Datierung der Urkunde stimmt das Pontifikatsjahr nicht mit dem Indiktionsjahr überein. Pflugk-Harttung datiert das Privileg gemäß der Indiktion in das Jahr 1020, in welchem Jahr sich der Papst in Deutschland befand und für deutsche Klöster urkundete. Er hält die Urkunde auch nicht unbedingt für unecht.

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Empfohlene Zitierweise

RI II,5 n. †1165, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1016-01-03_1_0_2_5_0_1221_F1165
(Abgerufen am 29.05.2017).