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RI II Sächsisches Haus (919-1024) - RI II,5

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Vor Papst Benedikt VIII. verklagt Abt Hugo (I.) von Farfa (monasterii sanctae Dei genitricis semperque virginis Mariae dominae nostrae, quod ponitur in territorio Sabinensi in loco, qui vocatur ad Pharpham) (D. Sabina) den römischen Konsul Romanus, den Bruder des Papstes, wegen widerrechtlicher Aneignung der Höfe Serrano und Ponziano bei Tribucum (de casalibus duobus ..., qui vocantur Serranus et Pontianus ... in circuitu de castello Tribuco) (in der Sabina), die dem Kloster einst von der Diakonisse Domnella geschenkt worden waren und die der schlecht informierte Konsul auf böses Anstiften nach der Rückgabe der Burg Tribucum und ihrer Pertinenzen an das Kloster (n. 1161) für einige Tage in Besitz genommen hatte. Nach Prüfung der ihm vom Abte vorgelegten Schenkungsurkunde der Domnella läßt der Papst seinen Bruder rufen, der in Anwesenheit genannter Persönlichkeiten auf Befehl des Papstes und nach Informierung über die wahre Rechtslage durch Übergabe eines Stabes freiwillig Verzicht auf die eingeklagten Besitzungen in angegebenen Grenzen leistet. Als Strafe für den Bruch dieser Verzichterklärung durch den Konsul oder dessen Erben setzt der Papst die Zahlung von zehn Goldpfund an das Kloster fest, befiehlt dem Skriniar Benedikt, eine entsprechende Urkunde auszufertigen, und unterzeichnet diese.

Überlieferung/Literatur

Druck: Giorgi-Balzani, Regesto di Farfa III 210. Reg.: JL. I p. 508; Hübner, Gerichtsurkunden 137 n. 1208; IP. I 186 n. 1 u. II 64 n. 24; Zimmermann, PUU. 948 n. 498. Lit.: Wappler, Papst Benedikt 37; Schuster, Ugo di Farfa 143; Hirschfeld, Gerichtswesen 549; Bossi, Crescenzi di Sabina 126; Schuster, Farfa 155; Vehse, Sabina 147.

Kommentar

Zur Überlieferung der Gerichtsurkunde vgl. IP. II 64 n. 24. Sie trägt eingangs das Datum: A. Deo propitio pont. dom. nostri Benedicti summi pont. et univ. VIII. pp. in ss. sede b. Petri apost. IV., imp. dom. nostri piissimi princ. aug. et a Deo coronati magni et pacifici imp. a. II., ind. XIV., men. Dec., die IV. Als Tagungsort nennt die Urkunde im Kontext in sacro Lateranensi palatio und stabat domnus pontifex ... in sua camera in suprascripto palatio. Die Papstunterschrift lautet: Thfpfklbctxc ego Benedictus sanctae catholicae et apostolicae aecclesiae praesul. Weiters finden sich die Unterschriften des römischen Archidiakons Abbo, des Diakons Petrus sowie der Edlen Johannes Emeliosus, Leo Cece, Stephan und Perinzo a St. Eustachio. Zuletzt unterschrieb der Notar Ego Benedictus scrin. SRE., qui supra scriptor huius cartae factae complevi et absolvi. Als Teilnehmer der Verhandlung nennt die Urkunde weiters den Diakon Johannes, den Kanzler Johannes, den römischen Stadtpräfekten Johannes, den Konsul Alberich, Graf Berizo und dessen Söhne Guido, Stephan und Sico, Theophylakt von Palestrina, Franko de Britto und endlich den Priester Benedikt von St. XII Apostoli. Sichtlich ist der Urkundenschreiber bemüht, das Vergehen des Konsuls nicht allzu groß darzustellen. Die Urkunde beweist aber, daß nach dem Feldzug Benedikts VIII. gegen die Crescentier (n. 1161) deren Besitzungen eingezogen wurden und sich auch die Familie des Papstes daran zu bereichern suchte. Vgl. auch den Bericht Gregors v. Catino (Balzani, FSI. 34/1903, 40) über den Streit und seine Entscheidung.

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Empfohlene Zitierweise

RI II,5 n. 1162, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1015-12-04_1_0_2_5_0_1218_1162
(Abgerufen am 18.06.2018).