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RI II Sächsisches Haus (919-1024) - RI II,5

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Papst Benedikt (VIII.) gibt allgemein bekannt (notum esse volumus tam presentibus quam et futuris), daß auf Bitte des Abtes Winizo von Montamiata (D. Chiusi) die diesem Kloster gehörigen Kirchen (aecclesias monasterii sancti Salvatoris in Monte Amiato) durch den hiezu päpstlicherseits autorisierten Bischof Petrus (von Palestrina) (n. 1154) geweiht wurden, da sich der zuständige Diözesanbischof Ariald (II.) von Chiusi trotz päpstlicher Anordnung (n. 1096) drei Jahre geweigert habe, die vom Abt erbetenen Weihen durchzuführen. Er befiehlt die Anerkennung der vollzogenen Weihen und verbietet bei Strafe der Exkommunikation jeden Gewaltakt gegen Kirchen des Klosters sowie die Exkommunikation der dort dienenden Kleriker. ‒ Apostolica precepta ...

Überlieferung/Literatur

Org.: Kop.: 11. Jh., Siena Arch. di stato: Dipl. S. Salvatore di Montamiata 1036. Drucke: Ughelli, Italia 1III 717, 2III 622; Pflugk-Harttung, Acta II 65; Kurze, Cod. dipl. Amiatinus II 129; Zimmermann, PUU. 935 n. 494. Reg.: Pflugk-Harttung, Iter 187 n. 101; JL. 4054; Lisini in Bullet. Senese 13/1906, 513; IP. III 240 n. 9. Lit.: Canestrelli, Storia di S. Antimo 95.

Kommentar

Zur weiteren kopialen Überlieferung vgl. IP. III 240 n. 9. Die irrig auch für ein Original gehaltene zitierte Kopie ist eine Nachzeichnung, die laut Pflugk-Harttung, Acta II 65 charakteristische Formelemente der Zeit Benedikts VIII. wiedergibt, wie etwa auch die verlängerte Schrift der ersten Zeile. Dennoch wurde die Urkunde von Ughelli und in dessen Nachfolge bis heute oft Benedikt IX. zugeschrieben und auf 1036 datiert, da in diesem Jahr die Weihe der Klosterkirche St. Salvator am Montamiata erfolgte. Aus der Weiheurkunde (Ughelli 2III 623) geht aber hervor, daß die 1036 vollzogenen Benediktionen von denen des Bischofs Petrus zu unterscheiden sind. Außerdem veranlaßte der Streit zwischen Winizo und Ariald schon 1007 eine allerdings erfolglose königliche Entscheidung (n. 1096), was darauf schließen läßt, daß sich auch der Papst schon früher und nicht erst 1036 einschaltete. Der in der Papsturkunde als episcopus noster bezeichnete Papstlegat Petrus darf mit dem bis Apr. 1016 als päpstlicher Bibliothekar fungierenden Kardinalbischof Petrus von Palestrina (vgl. Santifaller, Elenco 125) identifiziert werden, da dieser schon früher mit Angelegenheiten des Klosters zu tun hatte (n. 758). Wenn demnach die Urkunde vor Apr. 1016 zu datieren ist und die in ihr erwähnten Ereignisse von der ersten Intervention des Papstes durch drei Jahre (per tres annos) getrennt sind, so dürfte die erste Klage des Abtes in Rom im ersten Regierungsjahr Benedikts VIII. erfolgt sein. Vgl. zum Streit zwischen dem Kloster und dem Bischof auch Leicht in Bullet. Senese 14/1907, 536.

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Empfohlene Zitierweise

RI II,5 n. 1155, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1015-00-00_3_0_2_5_0_1210_1155
(Abgerufen am 19.02.2017).