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RI II Sächsisches Haus (919-1024) - RI II,5

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Papst Benedikt (VIII.) belagert die Burg der Crescentier Tribucum (in der Sabina) und erreicht deren Kapitulation durch Aushungerung. Sie wird gemäß kaiserlichen Wünschen (n. 1132) samt allen Pertinenzen dem Kloster Farfa (D. Sabina) restituiert.

Überlieferung/Literatur

Erw.: n. 1162; MG. DH. II n. 405 (Böhmer-Graff n. 1946); Hugo v. Farfa, Exceptio relationum und Querimonium (Balzani, FSI. 33/1903, 69 u. 76); Gregor v. Catino, Chr. (Balzani, FSI. 34/1903, 85 f.). Reg.:Lit.: Hirsch, Jahrbücher III 127; Wappler, Papst Benedikt 36 f.; Bossi, Crescenzi di Sabina 125 f.; Schuster, Farfa 155; Vehse, Sabina 147; Kölmel, Kirchenstaat 64.

Kommentar

Hugos Exceptio schließt den Bericht über den Kriegszug unmittelbar an die n. 1150 und n. 1152 geschilderten Ereignisse an und datiert die Belagerung auf das folgende Jahr (completo vero anno). Da in n. 1151 die Rückstellung der Burg an das Kloster schon erwähnt wird, muß der Kriegszug in die Zeit zwischen 2. Aug. und 4. Dez. 1015 fallen. Man wird ihn sogar eher in die Nähe des letzten Datums setzen dürfen, da in n. 1162 die nach der Besiegung der Crescentier erfolgte Inbesitznahme zweier zu den Pertinenzen der Burg gehöriger Höfe durch den Bruder des Papstes, den Konsul Romanus, allerdings nicht ohne schönfärberische Tendenz nur auf wenige Tage (per aliquos dies) vor den 4. Dez. 1015 gesetzt wird, also wohl erst im Nov. 1015 erfolgte. Wie lange die Belagerung der Burg dauerte, läßt sich aus den Quellen nicht entnehmen. Von der Aushungerung berichtet Hugo im Querimonium und erinnert dabei gleichzeitig an n. 1147: unum caperetur siti, aliud fame. Wie sich ebenfalls aus dieser Schrift Hugos ergibt, dürften damals die Grafen Johannes und Crescentius zum Exil verurteilt worden sein, das bis 1019 dauerte: vgl. n. 1205.

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Empfohlene Zitierweise

RI II,5 n. 1161, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1015-00-00_1_0_2_5_0_1217_1161
(Abgerufen am 24.02.2018).