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RI II Sächsisches Haus (919-1024) - RI II,5

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Papst Benedikt VIII. überträgt in öffentlicher Gerichtsversammlung gemäß dem Urteil der anwesenden Richter, das nach Prüfung vorgelegter Urkunden und mit Berufung auf das justinianische und langobardische Recht gefällt wurde, dem Kloster Farfa (D. Sabina) unter Abt Hugo (I.) das vom Grafen Crescentius widerrechtlich besetzte und vom Abt eingeklagte (n. 1131) Kastell Bocchignano (castellum ipsum, qui vocatur Buckinianum) (in der Sabina), nachdem Crescentius einer dreimaligen Ladung (n. 1150) nicht Folge geleistet hatte, investiert den Abt durch einen Stab (apprehendit virgam in manu et ... investivit ... abbatem Hugonem), setzt für weitere Verletzung der klösterlichen Besitzrechte auf die Burg durch Crescentius, dessen Erben und Untertanen eine zur Hälfte an den Lateranpalast, zur Hälfte an das Kloster zu zahlende Pön von hundert Goldpfund fest und läßt über die Entscheidung des Rechtsstreites durch den Skriniar Benedikt eine Urkunde ausfertigen, die er selbst unterzeichnet.

Überlieferung/Literatur

Druck: Manaresi, FSI. 96/1958, 541. Reg.: JL. I p. 508; Hübner, Gerichtsurkunden 136 n. 1200; IP. II 64 n. 23; Zimmermann, PUU. 933 n. 492. Lit.: Wappler, Papst Benedikt 36; Schuster, Ugo di Farfa 143; Bossi, Crescenzi di Sabina 124; Schuster. Farfa 155; Herrmann, Tuskulanerpapsttum 13 f.

Kommentar

Zur Überlieferung der Gerichtsurkunde vgl. IP. II 64 n. 23 und Manaresi 541. Die an der Spitze der Urkunde stehende Datierung lautet: A. Deo propitio pont. dom. nostri Benedicti summi pont. et univ. VIII. pp. in ss. sede b. Petri apost. III., imp. dom. nostro piissimo perpetuo aug. Heinrico a Deo coronato magno et pacifico imp. a. I., ind. XII., men. Aug., die II. Sie will sowohl den Gerichtstag als auch die Ausstellungszeit der Urkunde bezeichnen, wie sich aus Hugo v. Farfa (Balzani, FSI. 33/1903, 69) ergibt, wo die Investitur des Abtes auch mit dem Kastell Tribucum noch vor der Rückkehr des Papstes nach Rom (n. 1152) erwähnt wird. Über den Verhandlungsort vgl. n. 1150. Die Papstunterschrift lautet: Thfpfklbctxc qui et Benedictus papa vocor interfui et subscripsi. Nach ihr folgen die Unterschriften der Äbte Johannes von San Silvestro in Capite und Johannes (III.) von San Gregorio in Clivo Scauri, der römischen Pfalzrichter Benedikt, Crescentius, Gregor und Georg, der Richter Petrus und Johannes, der Schöffen Gregor, Farolf und Johannes sowie der Edlen Marinus, Tedald, Franko de Britto, Leo Frangipani, Benedikt Bocca Pecu, Sergius aus Trastevere, Berald a Caballo, Marmoreo, Helperin und Stephan sowie zuletzt die des Notars: Ego Benedictus scrin. SRE. et scriptor huius notitię brevis post domni presulis et abbatum atque iudicum et comitum vel nobilium omnium subscriptiones factas complevi et absolvi. Über weitere Teilnehmer an der Gerichtsversammlung vgl. n. 1150.

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Empfohlene Zitierweise

RI II,5 n. 1151, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1014-08-02_1_0_2_5_0_1206_1151
(Abgerufen am 27.07.2017).