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RI II Sächsisches Haus (919-1024) - RI II,5

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Papst Benedikt VIII. Zieht mit seinem Heer vor die Burg Bocchignano (D. Sabina), die der Graf Crescentius widerrechtlich dem Kloster Farfa entfremdet hat und besetzt hält. Nach etwa zwanzigtägiger Belagerung übergibt Crescentius die Burg aus Wassermangel und erhält gegen die Verpflichtung, sich zwanzig Tage später dem päpstlichen Urteil zu stellen, freien Abzug. Der Papst reinvestiert den Abt Hugo (I.) von Farfa mit dem Kastell und kehrt nach Rom zurück.

Überlieferung/Literatur

Erw.: n. 1151; Hugo v. Farfa, Exceptio relationum (Balzani, FSI. 33/1903, 69); Gregor v. Catino, Chr. (Balzani, FSI. 34/1903, 85). Reg.: JL. I p. 508. Lit.: Hirsch, Jahrbücher III 126; Wappler, Papst Benedikt 35; Schuster, Ugo di Farfa 141 f.; Hirschfeld, Gerichtswesen 448; Bossi, Crescenzi di Sabina 123 f.; Schuster, Farfa 154 f.; Vehse, Sabina 147; Kölmel, Kirchenstaat 64; Herrmann, Tuskulanerpapsttum 12 f.

Kommentar

Die Veranlassung zum Kriegszug war laut n. 1151 das Scheitern der Friedensvermittlung des Papstes zwischen dem Abt und den Grafen Crescentius und Johannes (n. 1146): Tunc pontifex ... ira motus, furore ductus cum multitudine hominum supra illum ad sepedictum oppidum ... abiit et eum possidere procuravit. Die Dauer der Belagerung (per viginti dies et ... amplius) überliefert Hugo. Sie muß vordem 18. Juli 1014 beendet worden sein, da an diesem Tage der Papst dem Abt eine Urkunde über die Restitution der Burg ausstellen ließ (n. 1149). Den Grund der Kapitulation des Grafen nennt ebenfalls Hugo. Außer dem Wassermangel soll auch ein nur den Belagerern zugute kommendes Regenwunder die Übergabe veranlaßt haben. Sie erfolgte am Tage nach dem Wunder (sequenti die), worauf statim die Restitution durchgeführt wurde. Gregor v. Catino folgt wörtlich der Berichterstattung Hugos. Daß dem Grafen wiederum eine Frist von zwanzig Tagen eingeräumt wurde, erfahrt man ebenfalls aus n. 1151. Wenn nicht ein Irrtum vorliegt, so müßte demnach die Kapitulation schon auf den 12. Juli datiert werden, da der Papst schon Ende Juli 1014 nach dem Verstreichen der Frist wieder gegen Crescentius zu Felde zog; vgl. n. 1150.

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Empfohlene Zitierweise

RI II,5 n. 1147, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1014-06-00_1_0_2_5_0_1202_1147
(Abgerufen am 14.12.2017).