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RI II Sächsisches Haus (919-1024) - RI II,5

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Der durch Drohungen der Grafen Johannes und Crescentius erschreckte Abt Hugo (I.) von Farfa (D. Sabina) veranlaßt den Papst Benedikt (VIII.) zum Vorgehen gegen die beiden Brüder. Der Papst läßt den Grafen Crescentius durch seine Getreuen auffordern, mit dem Kloster einen gerechten Vertrag über das Kastell Bocchignano (in der Sabina) abzuschließen, doch schlägt dieser das aus und weigert sich auch, vor dem päpstlichen Gericht zu erscheinen.

Überlieferung/Literatur

Erw.: n. 1151; Hugo v. Farfa. Exceptio relationum (Balzani, FSI. 33/1903, 69); Gregor v. Catino, Chr. (Balzani, FSI. 34/1903, 85). Reg.: IP. II 63 n. *21. Lit.: Hirsch, Jahrbücher III 125 f.; Wappler, Papst Benedikt 34 f.; Schuster, Ugo di Farfa 141: Hirschfeld, Gerichtswesen 552; Bossi, Crescenzi di Sabina 122 f.; Schuster, Farfa 154; Vehse, Sabina 147.

Kommentar

Nur in n. 1151 wird von der Friedensvermittlung des Papstes berichtet: ... pontifex ... per suos idoneos fideles inquisivit Crescentium, quatenus legem et iustitiam aut pactum de eodem oppido cum monasterio sanctę Marię et illius monasterii abbate faceret. Ipse vero ... pactum facere noluit et ad placitum venire recusavit. Nur durch Hugo, dem Gregor folgt, erfährt man etwas von den Drohungen der Grafen gegen den Abt, der sie vor dem Kaiser verklagt hatte (vgl. N. 1131), und von der neuerlichen Intervention der Mönche beim Papst: timore autem perculsi, ut inermes monachi, fecimus tandem venire super eos predictum seniorem. Man wird beide Ereignisse auf einen Zeitpunkt datieren können. Nach dem Abzug des Kaisers und des Papstes aus Rom (vgl. N. 1140 u. n. 1144) hat Hugo nicht seine dem Papste vom Kaiser anbefohlene Restitution mit Bocchignano und Tribucum (vgl. N. 1132) abgewartet, sondern - wie man aus der Exceptio erfährt - Verhandlungen mit den Grafen angenommen und in deren Verlauf einen dreißigtägigen Frieden abgeschlossen. Vgl. Zu Hugos Angeboten an die Grafen auch dessen Querimonium (Balzani, FSI. 33/1903, 76). Erst nach dem Scheitern der Verhandlungen und nach dem Ablauf des dreißigtägigen Stillstandes ist der Papst auf Bitten des Abtes in Aktion getreten. Hugo ist nach dem Abzug des Kaisers aus Rom erstmals wieder am 27. Apr. 1014 urkundlich in Rom nachweisbar; vgl. Schuster, Ugo 208. Möglicherweise erfolgte damals, als auch der Papst wieder in Rom war, seine Klage bei Benedikt, die nach dem Scheitern der päpstlichen Intervention doch zum Kriegszug gegen die Crescentier der Sabina (Stephanianer) führte (vgl. N. 1147).

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Empfohlene Zitierweise

RI II,5 n. 1146, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1014-04-00_2_0_2_5_0_1201_1146
(Abgerufen am 29.05.2017).