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RI II Sächsisches Haus (919-1024) - RI II,5

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Papst Benedikt (VIII.) konsekriert auf Wunsch Kaiser Heinrichs dessen neuerlich zum Erzbischof von Ravenna bestellten (Halb)bruder Arnald und bestätigt ihm urkundlich seine Rechte in Ravenna sowie in den Grafschaften Bologna, Imola, Faenza, [Cesena] und Cervia.

Überlieferung/Literatur

Erw.: Thietmar v. Merseburg, Chr. VII 2 (MGSS. N. S. IX 398); Ann. Saxo 1014 (MGSS. VI 666); Urk. über die Investitur Arnalds v. 1017 II. 15 (Manaresi, FSI. 96/1958, 584); Böhmer-Graff n. 1896 e). Reg.: JL. I p. 507; JL. *4008; IP. V 53 n. *168; Böhmer-Graff n. 1802 a. Lit.: Hirsch, Jahrbücher II 420; Wappler, Papst Benedikt 27; Schwartz, Besetzung 154; Pahncke, Bischöfe Italiens 48 ff.; Buzzi, Ravenna e Roma 183; Mikoletzky, Kaiser Heinrich 60; Holtzmann, Kaiserzeit 444; Fornasari, Enrico e Benedetto 52 ff.; Wolter, Synoden 266; Zimmermann, Presenza 115; Rabotti, Ravenna 143.

Kommentar

Die Weihe Arnalds-Arnulfs, der ein illegitimer Sohn Herzog Heinrichs II. des Zänkers von Bayern war, wird nur in den beiden zitierten historiographischen Quellen genannt und erfolgte, wie sich aus dem Quellentext ergibt, in Rom nach der Kaiserkrönung Heinrichs Arnulfum ... cesar ... ah apostolico ibidem consecrari precepit. Über die Bestellung Arnalds, der wohl schon am ersten Italienzug Heinrichs zum Erzbischof ernannt worden ist, vgl. n. 1123. Über die Absetzung seines Gegners Adalbert vgl. n. 1144. Trotz dieser Maßnahmen konnte sich Arnald in Ravenna zunächst nicht Anerkennung verschaffen. Erst im Feb. 1017 erfolgte die endgültige Investitur durch die kaiserlichen Missi, den italischen Kanzler Pilgrim und Graf Tado von Verona, wovon die nur verstümmelt in späten Drucken erhaltene Investitururkunde zeugt. Hier wird auch ein preceptum Papst Benedikts (VIII.) erwähnt, auf Grund dessen sowie auf Grund eines Kaiserdiploms die Investitur Arnalds in die genannten Gebiete seines Erzbistums durchgeführt wurde. Die Ausstellung dieser verlorenen Papsturkunde erfolgte wohl gleichzeitig mit der Weihe Arnalds. Man wird annehmen dürfen, daß das Privileg außer der Aufzählung von Besitzungen (de comitatu Bononiense et comitatu Corneliense et comitatu Faventino et comitatu [Cesenate] et comitatu Ficoclense) die bei solchen Anlässen übliche Verleihung des Pallium enthielt. Auch auf frühere Papstprivilegien für Ravenna wird in der Investitururkunde angespielt (per precepti paginam suprascripti Benedicti aut antecessorum), doch enthält keine bekannte Vorurkunde die Bestätigung der genannten Grafschaften durch einen Papst.

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Empfohlene Zitierweise

RI II,5 n. 1130, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1014-02-00_3_0_2_5_0_1185_1130
(Abgerufen am 10.12.2016).