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RI II Sächsisches Haus (919-1024) - RI II,5

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Papst Benedikt VIII. wird von Kaiser Heinrich wiederholt nach Deutschland zur Erledigung wichtiger Reichs- und Kirchenangelegenheiten eingeladen. Vor allem soll der Papst das neue Bistum Bamberg visitieren und durch seine Autorität und durch Weihehandlungen bestätigen. Die Bitten des Kaisers werden durch die der Kaiserin Kunigunde verstärkt.

Überlieferung/Literatur

Erw.: n. 1224 u. n. 1272; Hermann v. Reichenau, Chr. (MGSS. V 119); Wipo, Gesta Chuonradi 1 (Breßlau, SS. rer. G. 61/1915, 9); Ann. Altahenses 1020 (Oefele, SS. rer. G. 4/1891, 17); Bernold v. Konstanz, Chr. (MGSS. V 424); Leo v. Ostia, Chr. II 46 (MGSS. XXXIV 254); Casuum s. Galli cont. II 18 (Meyer v. Knonau 30); Adalbert v. Bamberg, Vita Heinrici 25 (MGSS. IV 807); Vita Meinwerci 24 (Tenckhoff, SS. rer. G. 59/1921, 29); Vita Cunigundae 1 (MGSS. IV 821); Regensburger Kaiserchr. 16209 (MG. Dt. Chr. I/1, 373); Chr. s. Laurentii Leodiensis 19 (MGSS. VIII 268); (Bernardus Noricus), Hist. (MGSS. XXV 661). Reg.: ‒ Lit: Hirsch, Jahrbücher III 158; Wappler, Papst Benedikt 56; Kölmel, Kirchenstaat 78; Mikoletzky, Kaiser Heinrich 66; Wolter, Synoden 280.

Kommentar

Zum Aufenthalt des Papstes in Bamberg vgl. n. 1210 ff. Daß Benedikt saepius dorthin eingeladen wurde, wird schon in n. 1224 betont. In derselben Urkunde erscheint auch als vornehmster Zweck des Papstbesuches die Bestätigung Bambergs (ad confirmandum apostolica auctoritate Babeberc), die Benedikt freilich schon 1013 ausgesprochen hatte (vgl. n. 1111). In Bamberg hat der Papst weiters die Stephanskirche geweiht (n. 1219), was schon Wipo zu dem Irrtum veranlaßte, Benedikt habe den Bamberger Dom geweiht; vgl. darüber n. 1219 und über die 1012 in Anwesenheit von Papstlegaten erfolgte Domweihe n. 1068. Die meisten Quellen berichten über die durch den Kaiser und laut der Vita Cunigundae auch durch die Kaiserin ergangene Einladung nur kurz in Zusammenhang des Bamberger Papstaufenthaltes. Nur bei wenigen finden sich Angaben über den Zweck der Papstreise, wie etwa in Adalberts Heinrichsvita und in der Vita Meinwerci, wonach Benedikt Bavenbergensis fundi novellam plantationem visitieren sollte. Wie schon Breßlau bemerkte, kann dies unmöglich der einzige Grund für die weite Reise gewesen sein. Tatsächlich berichtet Benedikt in n. 1224 selbst, daß er pro utilitate sancte Romane ecclesie ac Romani imperii nach Deutschland gefahren sei, und in der zitierten Chr. Leodiensis heißt es, daß er pro quibusdem regni et ecclesiae negotiis invitatus die Reise unternommen habe. Da sich in seinem Gefolge der Führer des apulischen Aufstandes gegen die Griechenherrschaft (vgl. n. 1136) Melo aus Bari befand, den der Kaiser kurz vor seinem Tode zum Herzog von Apulien ernannte, nimmt man an, daß die eigentliche Veranlassung der Papstfahrt die süditalischen Verhältnisse gewesen sein dürften; vgl. dazu Kölmel 77 f. Die Beratung über diese und andere sowohl das Reich als auch die Kirche tangierenden Probleme werden Gegenstand der Bamberger Synode (n. 1213) gewesen sein. Wenn auch der Kaiser die Besprechung der süditalischen Situation bei der Einladung im Auge hatte, so kann diese kaum vor Frühjahr 1019 erfolgt sein, als Heinrich durch den nach seiner Niederlage gegen die Griechen nach Deutschland geflohenen Melo selbst darüber informiert wurde. So könnte Melo der Anreger der Einladung und auch deren Überbringer an den Papst gewesen sein. Auch Mikoletzky setzt die Einladung ins Jahr 1019 und schreibt sie dem Rate des Abtes Odilo von Cluny zu, der damals am Kaiserhof weilte und auch das Vertrauen des Papstes besaß (vgl. n. 1141). Laut der Heinrichsvita Adalberts sowie der von ihr abhängigen Vita Meinwerci und ebenso laut der Kaiserchronik muß aber angenommen werden, daß eine erste Einladung Benedikts nach Deutschland schon anläßlich der Kaiserkrönung (n. 1125) bzw. vor der Abreise des Kaisers aus Rom (n. 1140) ausgesprochen wurde.

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Empfohlene Zitierweise

RI II,5 n. 1139, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1014-00-00_1_0_2_5_0_1194_1139
(Abgerufen am 27.07.2017).