Regestendatenbank - 176.134 Regesten im Volltext

RI II Sächsisches Haus (919-1024) - RI II,5

Sie sehen den Datensatz 1129 von insgesamt 1338.

Theophylakt, der Sohn des (Grafen) Gregor von Tusculum und der Maria, ein Bruder des (römischen Konsuls) Alberich (III.), wird, obwohl noch Laie, als Benedikt VIII. Papst. Es gelingt ihm, sich gegenüber seinem Gegner Gregor (VI.) durchzusetzen.

Überlieferung/Literatur

Erw.: Thietmar v. Merseburg, Chr. VI 101 (MGSS. N. S. IX 394); Ann. Augustani 1013 (MGSS. III 124); Hugo v. Farfa. Exceptio relationum (Balzani, FSI. 33/1903, 67); Gregor v. Catino, Chr. (Balzani, FSI. 34/1903, 83); Petrus diac., Chr. II 27 (MGSS. XXXIV 217); Ann. Saxo 1012 (MGSS. VI 662); Romuald v. Salerno, Chr. (SS. rer. Ital. VII/1, 174); Chr. Tiburtina (MGSS. XXXI 258); Chr. min. Erphordensis (Holder-Egger, SS. rer. G. 41/1899, 626). Reg.: JL. I p. 506 u. 514. Lit.: Hartmann, Zur Chronologie 483; Buzzi, Per la cronologia 618 f.; Poole, Studies 147; Brezzi, Roma e l'impero 188; Zimmermann, Papstabsetzungen 115; Herrmann, Tuskulanerpapsttum 4 f.; Wolter, Synoden 255.

Kommentar

Vgl. weiters die Notizen über die Sukzession Benedikts VIII. in Ann. s. Trudperti (MGSS. XVII 289) und Chr. regia Coloniensis (Waitz, SS. rer. G. 18/1880, 53) sowie die Erwähnung des neuen Pontifikates zum richtigen Jahr 1012 in Ann. s. Vincentii Mettensis (MGSS. III 157), Auct. Bellovacense (MGSS. VI 461), Chr. ex Veneto (MGSS. XXIV 113), Chr. univ. Mettensis (MGSS. XXIV 511). Chr. Basileense (MGSS. XXXI 289), Johannes de Deo (MGSS. XXXI 320), Albert Milioli (MGSS. XXXI 425) und Helinand v. Froidmont (Migne, PL. 212, 923). Über die Herkunft Benedikts VIII. vgl. die Versionen des Lib. pont. (Duchesne II 268: Benedictus, natione Tusculanus, ex patre Gregorio ...Theophilitus, qui er Benedictus, ex patre nobili Gregorio Tusculano, matre Maria ... ‒ Benedictus frater Alberici maioris ...) und dazu Poole 215 ff.; Kölmel, Kirchenstaat 160 ff. und Brezzi 191 ff. Die Eltern des Papstes erscheinen in n. 1115 bereits als verstorben, sein Bruder Alberich ist erstmals 1013 als consul et dux bezeugt (vgl. Kölmel 60). Vgl. weiters die Erwähnungen Alberichs bei Kardinal Beno (MGSS. Ldl. II 377), Lambert v. St. Omer (MGSS. V 65), Richard v. Poitiers (MGSS. XXVI 78), Tholomeus v. Lucca (Muratori, SS. XI 1053) und Romuald. Irrig wird in der Chr. Tiburtina Papst Silvester II. als Bruder Benedikts VIII. bezeichnet. Daß Benedikt bei seiner Erhebung noch Laie war, betonen Beno und die Chr. Tiburtina. Zum Namenswechsel vgl. Krämer in RQ. 51/1956, 162 und Hergemöller, Papstnamen 41 f. Irrig wird als Herkunftsort des Papstes auch Tuszien angegeben, erstmals bei Albert v. Stade (MGSS. XVI 271), wo Benedikt auch falsch die Ordnungszahl VII. erhält. Er zählt als 147. römischer Bischof; vgl. Ann. Augustani, Ann. s. Blassii (MGSS. XVII 276), Chr. Suevicum univ. (MGSS. XIII 70), Hermann v. Reichenau u. Bernold v. Konstanz (MGSS. V 119 u. 399). Über die Entstehung des Schismas zwischen Benedikt VIII. und Gregor VI. fehlen genauere Nachrichten. Thietmar, dem der Ann. Saxo folgt, erwähnt nur im Zusammenhang mit den Ereignissen von n. 1108: Namque papa Benedictus Gregorio quodam in electione prevaluit. Man nimmt an, daß Gregor der Kandidat der von den Tuskulanern bekämpften Crescentier war; vgl. dazu auch die Bemerkung Hugos v. Farfa über Benedikt, qui contrarius extitit filiis Benedicti comitis, und dazu n. 1132. Die Tuskulaner dürften einer ordnungsgemäßen Papstwahl durch einen Handstreich zuvorgekommen sein, wozu ihnen der Tod des Patricius Johannes n. Crescentius am 18. Mai 1012 die Möglichkeit geboten haben wird, denn Benedikts VIII. Pontifikatsbeginn datiert bereits vom 21. Mai 1012, wie sich aus Urkunden ergibt (vgl. Zimmermann 115 Anm. 70 und dazu auch n. 1078). Das war im Jahre 1012 ein Mittwoch, so daß die Papstweihe am folgenden Himmelfahrtstag, dem 22. Mai hätte stattfinden können. Übereinstimmend damit spricht Martin v. Troppau (MGSS. XXII 432) von einer achttägigen Vakanz nach dem Tode Sergius' IV. (n. 1074). Wenn Gregor VI., obwohl von der Partei der kaiserfeindlichen Crescentier erhoben, die Hilfe Heinrichs II. erbat (n. 1108), so kann angenommen werden, daß er sich gegenüber Benedikt VIII. im Recht glaubte und, zum Unterschied von diesem, in ordentlichem Wahlverfahren, vielleicht aber erst nach Benedikt VIII., erhoben wurde. Er dürfte sich auch noch eine Zeitlang in Rom gehalten haben; vgl. n. 1078 sowie über die Bekämpfung der Anhänger Gregors VI. durch Benedikt VIII. n. 1077.

Nachtrag einreichen
Einreichen
Empfohlene Zitierweise

RI II,5 n. 1075, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1012-05-21_1_0_2_5_0_1129_1075
(Abgerufen am 28.03.2017).