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RI II Sächsisches Haus (919-1024) - RI II,5

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Papst Benedikt (VIII.) teilt dem Patriarchen V(italis IV.) von Grado und dessen Suffragan Bischof Dominik (V. von Castello) (V. Gradensi patriarchae atque Dominico eius suffraganeo) in Beantwortung der Anfrage eines gewissen Johannes, ob seine Tochter mit einem gewissen Stephan eine Ehe eingehen dürfe, obgleich dieser schon mit ihrer vor der Vermählung verstorbenen Schwester verlobt war, mit Berufung auf Gen. 2, 24 mit, daß eine solche Heirat erlaubt sei (absque ullius criminis vitio posse fieri), da durch ein bloßes Verlöbnis keine Verwandtschaft begründet werde. ‒ Lex divinae constitutionis ...

Überlieferung/Literatur

Org.: Insert: Decretum Gratiani c. 18 C. 27 qu. 2 (Palea) (Friedberg I 1066). Erw.: Urk. Alexanders III. v. (1159‒1181) (IP. VII/2, 69 n. 136). Drucke: G. F. Palladio degli Olivi, Historie della provincia del Friuli (Udine 1660) 60; Mansi, Coll. IX 863; Migne, PL. 72, 683; Zimmermann, PUU. 887 n. 464. Reg.: Cipolla, Fonti 108 n. 44; JK. † 1046; JL. 3773; IP. VII/2, 51 n. 70. Lit.: J. Freisen, Geschichte des canonischen Eherechts (1888) 499; Zimmermann, Rechtstradition 139; R. Weigand, Fälschungen als Paleae im Dekret Gratians (MG. Schriften 33/2, 1988, 313).

Kommentar

Zur weiteren Überlieferung des Papstschreibens in Rechtssammlungen nach Gratian vgl. IP. VII/2, 51 n. 70. Wichtig ist besonders die etwa 1177 angelegte, aber noch ungedruckte Collectio Parisiensis II. (vgl. dazu A. M. Stickler, Historia iuris canonici latini, I: Historia fontium, Turin 1950, 223), wo sich tit. 80 c. 1 das Papstschreiben mit obiger Adresse findet. Diese ermöglicht die Datierung in den Pontifikat Benedikts VIII., da nur damals gleichzeitig ein Patriarch Vitalis von Grado und ein Suffragan namens Dominik in Castello regierte. Da Vitalis IV. von Grado zuletzt im Mai 1012 urkundlich nachweisbar ist (vgl. Lenel, Studien 70), müßte das Papstschreiben bald nach der Inthronisation Benedikts VIII. (n. 1075) ergangen sein. Irrig wird der Brief auch Benedikt I., Benedikt II. und Benedikt VI. zugeschrieben. Laut Weigand handelt es sich um eine Fälschung aus dem 12. Jh. im Streit zwischen Bologna und Paris über Entstehung und Unauflöslichkeit der Ehe.

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Empfohlene Zitierweise

RI II,5 n. †1076, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1012-05-00_1_0_2_5_0_1130_F1076
(Abgerufen am 28.05.2017).