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RI II Sächsisches Haus (919-1024) - RI II,5

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Papst Sergius IV. entläßt mit dem päpstlichen Segen und mit einem Empfehlungsschreiben an den oströmischen Kaiser (Basileios II.) den Grafen Fulko (III. Nerra) von Anjou, der auf seiner Pilgerreise nach Jerusalem den Papst in Rom aufgesucht hatte.

Überlieferung/Literatur

Erw.: Chr. de gestis consulum Andegavensium (Halphen-Poupardin 50 u. 145); Radulf v. Diceto, Abbreviationes (Stubbs, SS. rer. Brit. 68/1, 164). Reg.: JL. *3984. Lit.: Lair, Études I 88; Halphen, Le comté d'Anjou 213 ff.; Mann, Lives V 150 ff.

Kommentar

Lair datiert die Pilgerreise Fulkos ins Jahr 1012, Halphen 214 Anm. 3 hält eine solche Fahrt dagegen zu diesem Zeitpunkt für ausgeschlossen. Sämtliche Quellen berichten, daß Fulko nach seiner Rückkehr neben anderen Klöstern auch Beaulieu-lès-Loches begründet haben soll, doch fand die Begründung dieses Klosters schon nach der ersten Reise Fulkos während des Pontifikates Johannes' XVIII. (vgl. n. 1018) statt. In einer Handschrift der zitierten Chr. de gestis consulum Andegavensium wird bei dieser Gelegenheit auch die legendäre Mitwirkung Fulkos bei der Überwindung des Crescentius II. Nomentanus (vgl. n. 828) berichtet. Radulf v. Diceto erzählt endlich in diesem Zusammenhang von der Erhebung des Grafen Gottfried II. Martell gegen seinen Vater Fulko, die aber erst während der Pilgerreise Fulkos um das Jahr 1035 stattfand. Aus diesen rein chronologischen Schwierigkeiten ergibt sich zumindest, daß die zitierten Quellen keine genauen Kenntnisse über den Zeitpunkt des Romaufenthaltes Fulkos hatten und diesen mit verschiedenen Ereignissen in Zusammenhang brachten. Auch n. 1071 ließe die Anwesenheit des Grafen in Rom vermuten. Eine Sendung des Papstes an den byzantinischen Kaiser ist wegen des damals zwischen Rom und Byzanz bestehenden Schismas (vgl. n. 1042) wenig wahrscheinlich. Weiters spricht gegen eine Reise Fulkos nach Jerusalem um das Jahr 1012 die Tatsache, daß damals die Grabeskirche von Jerusalem zerstört war und den christlichen Pilgern manche Schwierigkeiten bereitet wurden (vgl. n. 1049).

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Empfohlene Zitierweise

RI II,5 n. †1072, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1012-04-00_1_0_2_5_0_1126_F1072
(Abgerufen am 25.07.2017).