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RI II Sächsisches Haus (919-1024) - RI II,5

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Papst Sergius (IV.) entsendet Legaten zur Domweihe nach Bamberg und verleiht diesem Bistum ein Privileg bezüglich seiner Rechte und Besitzungen.

Überlieferung/Literatur

Erw.: n. 1111 u. Gesta ep. Cameracensium III 2 (MGSS. VII 466). Reg.: J. *3041; JL. *3980; Guttenberg, Reg. 45 n. 84 u. 51 n. 101; GP.III/3, 249 n. *3; Böhmer-Graff n. 1757 b. Lit.: Hirsch, Jahrbücher II 86 f.; Engelmann, Legaten 105; Guttenberg, Bistum Bamberg 95; Holtzmann, Kaiserzeit 433.

Kommentar

Das verlorene Papstprivileg wird in n. 1111 neben n. 1023 als Vorurkunde erwähnt, während es bereits im Diplom Papst Clemens' II. für Bamberg von 1047 (GP. III/3, 252 n. 9) übergangen wird, was aber laut Guttenberg, Reg. 45 n. 84 nichts gegen seine Existenz zu besagen hat. Als Ausstellungszeit käme der Anfang des Pontifikates Sergius' IV. in Frage, wenn man annimmt, daß Heinrich II. ähnlich wie n. 1111 gleich nach dem Pontifikatswechsel in Rom eine Bestätigung des Bamberger Gründungsprivilegs Johannes' XVIII. (n. 1023) erbeten hat. Auch war im Jahre 1009 der Widerstand des Bischofs von Würzburg gegen die Gründung Bambergs noch nicht völlig erloschen, so daß das Bistum noch Sicherungen seitens des Papstes nötig hatte. Vermutlich war aber doch die Entsendung von Papstlegaten zur Bamberger Domweihe der Anlaß zur Privilegierung. Von diesen missi apostolici erfährt man aus den Gesta ep. Cameracensium im Zusammenhang der Berichterstattung über die Einladung des Bischofs Gerard von Cambrai durch König Heinrich, seine Bischofsweihe von dem aus Anlaß der Domweihe in Bamberg weilenden Legaten zu empfangen, was Gerard aber ablehnte, um die Rechte seines Reimser Metropoliten nicht zu verletzen (Böhmer-Graff n. 1755 c). Die Quellen über die Bamberger Domweihe (vgl. Guttenberg, Reg. 51 n. 103) verschweigen ansonsten die Anwesenheit päpstlicher Legaten, die bei den Feierlichkeiten wohl nicht hervorgetreten sein dürften. Ihre Entsendung muß spätestens Anfang Apr. 1012 erfolgt sein, da die Weihe am 6. Mai durchgeführt wurde und die königliche Einladung an Bischof Gerard, die zumindest voraussetzt, daß die Teilnahme von Papstlegaten an der Domweihe geplant war, schon am 13. Apr. erging. Vgl. weiters auch zu den Aufträgen der Legaten n. 1065 u. n. 1069. Deren Namen sind unbekannt. In Verwechslung der durch Papst Benedikt VIII. 1020 in Bamberg vollzogenen Benediktionen (vgl. n. 1219 f.) mit der Dom weihe von 1012 berichten verschiedene Quellen irrig, daß die Dom weihe durch den Papst selbst durchgeführt wurde; vgl. dazu Guttenberg, Reg. 51 n. 103.

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Empfohlene Zitierweise

RI II,5 n. 1068, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1012-04-00_1_0_2_5_0_1122_1068
(Abgerufen am 25.07.2017).