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RI II Sächsisches Haus (919-1024) - RI II,5

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Papst Gregor (VI.) erscheint in päpstlichem Schmuck vor König Heinrich (II.) und klagt über seine Vertreibung (aus Rom) durch Papst Benedikt (VIII.) (n. 1078). Der König verspricht eine Entscheidung des Streites zwischen den Päpsten gemäß römischer Sitte bei seinem geplanten Romaufenthalt, nimmt indessen das Papstkreuz in seine Verwahrung und befiehlt Gregor, sich bis dahin auch des Gebrauches der übrigen Papstinsignien zu enthalten.

Überlieferung/Literatur

Erw.: Thietmar v. Merseburg, Chr. VI 101 (MGSS. N. S. IX 394); Ann. Saxo 1012 (MGSS. VI 662). Reg.: JL: I p. 506; Böhmer-Graff n. 1767 a. Lit.: Hirsch, Jahrbücher II 390 f.; Mikoletzky, Kaiser Heinrich 58 f.; Holtzmann, Kaiserzeit 441 f.; Zimmermann, Papstabsetzungen 116 f.; Wolter, Synoden 255 f.

Kommentar

Thietmars Bericht (... iste ad nativitatem Dominicam ad regem in Palithi venit cum omni paratu apostolico, expulsionem suam omnibus lamentando innotescens. Huius crucem rex in suam suscepit custodiam et a caeteris abstinere precepit, promittens sibi, cum ipse illuc veniret, haec secundum morem Romanum diligenter finiri) wird vom Ann. Saxo wiederholt. Zur Deutung vgl. Zimmermann. Des Königs Verhalten nahm die versprochene Entscheidung schon vorweg. Es ist daher fraglich, ob sich wirklich alles so abgespielt hat, wie Thietmar erzählt. Sein Bericht zeigt, daß damals der Romzug Heinrichs schon geplant war, und n. 1111, daß der König schon mit Benedikt VIII. in Verbindung stand. Noch Holtzmann vermutet, daß sich Abt Odilo von Cluny für Gregor bei Heinrich verwendet habe; vgl. aber auch E. Sackur, Ein Schreiben Odilos von Cluny an Heinrich III. von Oktober 1046 (NA. 24/1899, 730), Hourlier, Odilon 111 und O. Capitani, Ancora della lettera di Odilone ad Enrico imperatore (Misc. G. G. Meersmann I, 1970, 89‒106). Das Auftreten Gregors in Pöhlde ist die letzte sichere Nachricht, die man von ihm hat. Möglicherweise ist er noch vor dem Romzug Heinrichs gestorben. K. Rieger, Beiträge zur Kritik der Vita Meinwerci (Forsch. z. dt. Gesch. 16/1878, 474 ff.) vermutete auf Grund von Nachrichten der Vita Meinwerci (Tenckhoff, SS. rer. G. 59/1921, 27 cap. 21 u. 68 cap. 133), wo ein Fürstentag in Grone im Apr. 1013 (Böhmer-Graff n. 1780 b) und die Intervention zweier Bischöfe Gregor und Azzo für Paderborn erwähnt werden, indem er Gregor mit dem Papst und Azzo mit einem von Benedikt VIII. entsandten Legaten und Bischof von Ostia identifiziert, die Anwesenheit Gregors VI. in der Umgebung Heinrichs noch im Frühjahr 1013 und neuerliche Verhandlungen über das Schisma vor dem König zu jener Zeit nach Ankunft eines Legaten aus Rom. vgl. dazu aber Hirsch II 394 ff. und MG. DH. II 312 f.

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Empfohlene Zitierweise

RI II,5 n. 1108, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1012-00-00_2_0_2_5_0_1163_1108
(Abgerufen am 25.07.2017).