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RI II Sächsisches Haus (919-1024) - RI II,5

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Bischof Dietrich von (II.) Metz beklagt sich in einem Schreiben an den Papst (Sergius IV.) über König Heinrich (II.).

Überlieferung/Literatur

Erw.: Thietmar v. Merseburg, Chr. VI 60 (MGSS. N. S. IX 348). Reg.: Böhmer-Graff n. 1757 c. Lit.: Hirsch, Jahrbücher II 324; Holtzmann, Kaiserzeit 426.

Kommentar

Thietmar berichtet von der Beschwerde des Bischofs im Zusammenhang mit der im Mai 1012 in Bamberg tagenden Nationalsynode (Boye, QuKat. 73; Wolter Synoden 245 ff.): et Metensis aecclesiae presul Thiedricus a rege increpatur, eo quod in epistola suimet hunc iniuste apud papam accusaret. Die Klage ist vermutlich in die Zeit knapp vor der Synode zu datieren und war durch die seit 1008 währenden Auseinandersetzungen des Königs mit den Luxemburgern veranlaßt, die schon im Sommer 1009 zu einem Feldzug Heinrichs gegen den von ihm nicht anerkannten, sondern als Usurpator beurteilten Bischof, zur Belagerung von Metz und zur Verwüstung der Metzer Diözese geführt hatten; vgl. dazu Hirsch II 281 ff., H. Renn, Das erste Luxemburger Grafenhaus (1941) 91 ff. u. Holtzmann 424 ff. Für diese Datierung spricht auch, daß über eine Reaktion des bald darauf verstorbenen (n. 1074) Papstes auf die Klage nichts bekannt ist; höchstens könnte angenommen werden, daß die zur Bamberger Domweihe entsandten Papstlegaten (n. 1068) entsprechende Aufträge aus Rom hatten und der König überhaupt erst später durch sie von der Aktion des Bischofs erfuhr. Über andere, von späteren Quellen bezeugte Gründe der Feindschaft Dietrichs gegen Heinrich vgl. Guttenberg, Reg. 47 n. 90. Zur Berichterstattung Thietmars vgl. auch Schneider in Arch. f. Kulturgesch. 44/1962, 46.

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Empfohlene Zitierweise

RI II,5 n. 1065, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1012-00-00_1_0_2_5_0_1119_1065
(Abgerufen am 20.02.2018).