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RI II Sächsisches Haus (919-1024) - RI II,5

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Papst Sergius (IV.) überträgt dem Grafen Wifred (von Cerdaña) wunschgemäß die Martinskirche am Mont Canigou-en-Conflent (in valle Confluenti, in monte Kunigunensi) (D. Elne) zur Gründung eines Klosters, das zum Seelenheil des Grafen und seiner Eltern aus gräflichen Gütern dotiert werden soll; bestätigt die Freiheiten des Klosters und dessen Besitzungen und verleiht das Recht der freien Abtwahl gemäß der Benediktinerregel. ‒ Quoniam divina annuente pietate ... Scr. pm. Benedicti not. reg. et scrin. SRE. in men. Nov., ind. X.

Überlieferung/Literatur

Org.: Papyrus (700 × 970) Perpignan Bibl. com.: n. 72. Kop.: 17. Jh., Paris Bibl. nat.: Coll. Baluze 107 fol. 412. Facs.: Facsimilés lithographiques de l'ÉCh. n. 40; Pflugk-Harttung, Specimina n. 62; Brutails in Bulletin du comité des travaux hist. 1885; Lair, Études. Erw.: Urk. Wifreds v. 1007 (Marca-Baluze, Marca hispanica 965); Urk. Eb. Wifreds v. Narbonne v. 1031 (Guérard, Cartulaire de St-Victor II 532). Drucke: Marca-Baluze, Marca hispanica 988; Cocquelines, Bull. I 315; Tomassetti, Bull. I 503; Migne, PL. 139, 1516; Fabre in Bulletin des Pyrénées-Orientales 24/1880, 298; Brutails, Bulletin 162; Monsalvatje, Noticias IX 208; Lair, Études 60; Zimmermann, PUU. 874 n. 457. Reg.: J. 3036; Breßlau, Papyrus und Pergament 5 n. 8; JL. 3976; Monsalvatje, Noticias XI 264 n. 246; Omont, Bulles pont. 582 n. 21; Santifaller, LD. 324; Santifaller, Elenco 327; Santifaller, Beschreibstoffe 34 n. 23; Rabikauskas, Kuriale 229; Mundó, Notes 115. Lit.: L. Fabre, Bulles du pape Sergius IV pour le monastère du Mont Canigou (Bulletin de la société des Pyrénées-Orientales 24/1880, 297 ff.); A. Brutails, Bulle sur papyrus du pape Serge IV (Bulletin du comité des travaux hist. 1885, 160 ff.); F. Font, Histoire de l'abbaye royale de St-Martin-du-Canigou (Perpignan 1903) 26 ff.; Millares, Doc. I 74 ff.; Kehr, Die ältesten PUU. 23 f.; Kehr, Prinzipat 18; Villada. Hist. de España III 326; Abadal, L'abat Oliba 111; Ponsich, Conflent 294; Rabikauskas, Kuriale 103 f.; Rabikauskas, Skriptumzeile 103 u. 111; Bauer, Rechtsverhältnisse 85 f.; Engels, Schutzgedanke 224 f.; Kortüm, UrkSprache 59 ff.

Kommentar

Zur Überlieferung vgl. auch Wiederhold, PUU. in Frankreich VII 25. Schrift und Ausfertigung der Urkunde entsprechen nicht den damaligen päpstlichen Kanzleigebräuchen; vgl. dazu auch Breßlau in AUF. 6/1918, 27. Kehr, Die ältesten PUU. 23 f. hat daher die Echtheit des Originals bezweifelt und wollte höchstens annehmen, daß der Notar Benedikt bei dieser und den gleichzeitig ausgestellten Urkunden n. 1058 ff. aus unbekannten Gründen bewußt von den Kanzleigebräuchen abgewichen sei, was sich jedoch nicht beweisen lasse, da nur eine einzige Urkunde im Original erhalten sei. Mit größerer Wahrscheinlichkeit meint dagegen Rabikauskas, Skriptumzeile 103 u. 111 eine Empfängerherstellung annehmen zu können, die bloß in Rom bestätigt wurde, jedenfalls sei die Schrift des Originals, eine Mischung zwischen Kuriale und Minuskel (vgl. Rabikauskas, Kuriale 103 f.), in dieser Form dem Notar Benedikt kaum zuzutrauen. Dem widerspricht Kortüm. Ähnlich wie in der gleichzeitigen Urkunde n. 1060 fehlt die Inscriptio. Im Kontext wird Graf Wifred als Petitor angesprochen, so daß man ihn auch als Empfänger annehmen kann. Kehr, Prinzipat 17 glaubt, daß die Bitten des Grafen durch dessen Bruder, den Abt Oliba, der damals für seine beiden Klöster Ripoll und Cuxá je ein Papstprivileg erhielt (n. 1058 u. n. 1059), dem Papste übermittelt wurden, während Bauer 81 auch die Anwesenheit Wifreds in Rom annimmt. Zur Zeit der Privilegierung war das Kloster bereits gegründet. Die Klosterweihe wurde schon 1009 vollzogen, und auch die zitierte Grafenurkunde von 1007 nimmt die päpstliche Privilegierung vorweg, die nur eine nachträgliche Billigung bereits geschehener Fakten darstellt.

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Empfohlene Zitierweise

RI II,5 n. 1061, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1011-11-00_4_0_2_5_0_1115_1061
(Abgerufen am 13.12.2017).