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RI II Sächsisches Haus (919-1024) - RI II,5

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Papst Sergius (IV.) gibt bekannt, daß Graf Bernhard (Tallaferro von Besalú) ihm seine Absicht mitgeteilt habe, in der Grafschaft Fenouillet (in comitatu Feoniliotensi) ein Kloster zu errichten, und um dessen Privilegierung gebeten habe; bestätigt auf Grund dieser Bitten dem Kloster Saint-Pierre-de-Fenouillet (D. Narbonne) genannte Besitzungen und Einkünfte, nimmt es in den päpstlichen Schutz (sub sanctae Romanae ecclesiae et nostrae sedis apostolicae munimine) und verleiht die Exemtion sowie das Recht, Chrisma und Klerikerweihen von jedem beliebigen Bischof zu erbitten. ‒ Si donum excellentissimae speculationis ... Scr. pm. Benedicti not. reg. et scrin. SRE. in men. Nov., ind. X.

Überlieferung/Literatur

Org.: Kop.: 1) 1668, Paris Bibl. nat.: Coll. Doat 55 fol. 77. 2) um 1680, Paris Bibl. nat.: Ms. lat. 12761 fol. 436. Drucke: Marca-Baluze, Marca hispanica 987; Cocquelines, Bull. I 314; Tomassetti, Bull. I 502; Migne, PL. 139, 1514; Monsalvatje, Noticias VIII 160; Zimmermann, PUU. 872 n. 456. Reg.: J. 3035; Hist. de Languedoc, nouv. éd. V 1552 n. 50; JL. 3975; Monsalvatje, Noticias XI 263 n. 244; Santifaller, LD. 324; Santifaller, Elenco 327. Lit.: Monsalvatje, Noticias VIII 53; Kehr, Prinzipat 18; Abadal, L'abat Oliba 111; Bauer, Rechtsverhältnisse 83 f.; Kortüm, UrkSprache 119 ff.

Kommentar

Zur Überlieferung vgl. Wiederhold, PUU. in Frankreich VII 24. Das durch Graf Bernhard erst 1011 begründete Kloster ist nicht zu verwechseln mit der Abtei St-Paul-de-Fenouillet, die schon 966 genannt wird; vgl. Gall. christ. VI 291 und Monsalvatje VIII 53. Die Urkunde hat keine Adresse, beginnt mit der Arenga und wendet sich in der Publikation an alle Bischöfe, Herzöge, Grafen, kirchliche Primaten und alle Gläubigen. Ähnlich ist der Aufbau in der gleichzeitig ausgestellten Urkunde für Canigou (n. 1061), und man wird daher wegen dieser Abweichungen vom Gebrauch der Papstkanzlei auch für das dem Kloster Fenouillet gewährte Privileg Empfängerherstellung annehmen müssen. Kehr 18 vermutet, daß Abt Oliba diese und die anderen Urkunden des Papstes vom Jahre 1011 in Rom erbeten habe, also der Übermittler der Bitten des Grafen Bernhard war, während Bauer 81 auf Grund des Urkundentextes die Teilnahme Bernhards an der Romreise annimmt.

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Empfohlene Zitierweise

RI II,5 n. 1060, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1011-11-00_3_0_2_5_0_1114_1060
(Abgerufen am 19.10.2017).