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RI II Sächsisches Haus (919-1024) - RI II,5

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Papst Sergius (IV.) entscheidet im Streit zwischen Bischof Bernar (II.) von Verden und Erzbischof Liäwizo von Hamburg über das Kloster Ramesloh bei Bardowick (D. Verden) zugunsten des Erzbischofs, dessen Interessen in Rom durch den Domherrn Otto vertreten wurden.

Überlieferung/Literatur

Erw.: Adam v. Bremen, Gesta II 45 (Schmeidler, SS. rer. G. 2/1917, 105 f.). Reg.: May, Reg. I 41 n. 61; GP. VI 52 n. *64. Lit.: Dehio, Gesch. Hamburg-Bremen I 159; Curschmann, PUU. Hamburg 99; Peitz, Hamburger Fälschungen 113 ff.

Kommentar

Adams kurze Berichterstattung (Eodemque tempore contentio Ferdensis episcopi Bernarii de Ramsolan coram papa Sergio terminata est) wird durch ein Scholion ergänzt (Ramsolan sita est in episcopatu Ferdensi non longe a vico Bardorum. Cuius ordinationem et ius gubernandi cum Ferdensis episcopus reposceret, apostolicae sedis decreto cessit ab incepto. Oddo legatus fuit ad papam, ut habet privilegium), woraus sich ergibt, daß der Papst damals eine heute verlorene Urkunde ausgestellt hat. Adam ordnet das Ereignis in die Regierungszeit des Herzogs Bernhard II. von Sachsen ein, der seinem am 9. Feb. 1011 verstorbenen Vater Bernhard I. folgte, während in einer späteren Handschrift (Schmeidler 106 Anm. 12) wohl irrig die vor 1010 erfolgte Gründung des Stiftes Rosenfeld als gleichzeitiges Ereignis genannt wird. Über den schon länger währenden Streit um die geistliche Jurisdiktion über Ramesloh, das Hamburger Besitz in der Verdener Diözese war, sowie über den Gesandten des Erzbischofs, einen Neffen des Erzbischofs Adaldag, der später zum Erzbischof gewählt, aber von Heinrich II. nicht bestätigt wurde, vgl. Dehio I 160. Die päpstliche Entscheidung wurde wohl durch Vorlage eines interpolierten Privilegs Nikolaus' I. (JE. 2760) erreicht. Vgl. auch die Bestätigungen des Besitzes von Ramesloh durch Heinrich II. in MG. DH. II n. 50 u. n. 325.

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Empfohlene Zitierweise

RI II,5 n. 1055, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1011-02-00_1_0_2_5_0_1108_1055
(Abgerufen am 26.03.2017).