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RI II Sächsisches Haus (919-1024) - RI II,5

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Papst Sergius (IV.) gibt allen Gläubigen, besonders den Erzbischöfen Amalrich (von Aix) und Pontius (von Arles) sowie den Bischöfen Eldibert (von Avignon), Jocelin (von Fréjus), Almerard (von Riez) und Frodo (von Sisteron), bekannt, daß er auf Bitte des Abtes Archinricus (von Montmajour), die ihm durch den Mönch Otbert überbracht wurde, den Bischof Stephan (II. von Apt) mit der Weihe der Kirche in Correns (in villa, quae vulgo Correno dicitur) (D. Fréjus) beauftragt und aus diesem Anlaß verschiedene genannte Indulgenzen gewährt habe. Der Papst absolviert besonders die Ritter Aldebert und Rainald (von Châteaurenard) von ihren Kirchenbußen und ermahnt sie, die neue Kirche (in Correns) und das exemte Kloster Montmajour (D. Arles) nach dem Beispiel ihres Vaters Lambert und gemäß den Wünschen des Abtes Archinricus zu fördern. Er gewährt allen Wohltätern von Correns und Montmajour genannte Indulgenzen und bedroht Übeltäter mit der Exkommunikation, falls sie nicht binnen vierzig Tagen Satisfaktion leisten. ‒ Notum omnibus ... Dat. Laterani pm. Johannis SRE. diac. card. a. incarn. dom. nostri Jesu Christi DCCCCXX., XVII. kal. Jun., pont. nostri a. I.

Überlieferung/Literatur

Org.: Kop.: 1) 13. Jh., Marseille Arch. départ.: 2 H 348. 2) 14. Jh., Rom Bibl. Vat.: Cod. Barb. lat. 2126 fol. 109. 3) 15. Jh., Marseille Arch. départ.: 2 H 348. 4) 15. Jh., Lyon Bibl. com.: Ms. 784 fol. 3. 5) 17. Jh., Paris Bibl. nat.: Ms. lat. 12762 p. 300. Exz.: 17. Jh., Paris Bibl. nat.: Coll. Baluze 108 fol. 137 (ed. Pflugk-Harttung, Acta I 4; Reg.: JL. † 3968). Drucke: Gall. christ. 1IV 663; Gall. christ. I Instr. 104 (fragm.); Migne, PL. 139, 1520 (fragm.); Du Roure, Hist. 101; Manteyer, Chartes 121; Zimmermann, PUU. 852 n. † 448. Reg.: Gall. christ. nov. I 45, 217, 335, III 138 n. 306, VII 32 n. 106; J. 3038; JL. † 3969; Santifaller, Elenco 326. Lit.: Carranrais, L'abbaye de Montmajour 34; Du Roure, Hist. de Montmajour 89; Gieysztor, Genesis (Medievalia et humanistica 6/1949, 4 ff.).

Kommentar

Zur Überlieferung vgl. auch Kehr in GGN. 1903, 84; Wiederhold, PUU. in Frankreich IV 49 und Baratier, Archives départementales 38. Die Urkunde JL. † 3968, die Pflugk-Harttung ins Jahr 844 datiert und dem Papste Sergius II. zuschreibt, ist nichts anderes als ein im Wortlaut sehr frei gestalteter Auszug aus unserem Diplom, wie bereits Manteyer 122 bemerkte. Nur in der Kopie dieses Exzerptes in der Coll. Baluze findet sich die Tagesangabe der Datierung. Das weder zum Pontifikat Sergius' II. noch Sergius' IV. stimmende Inkarnationsjahr überliefert bereits die älteste Kopie aus dem 13. Jh. Die Datierungsformel scheint der Fälscher einer Urkunde Paschalis' II. entlehnt zu haben (vgl. JL. † 3968), denn unter Sergius IV. ist sonst ein Datar namens Johannes unbekannt. Zuerst in der Marseiller Kopie des 15. Jh. sind vor der Datierungszeile Benevalete, Rota und Beizeichen kopiert, wobei die Rota-Umschrift der Zeit Nikolaus' II. entstammt (vgl. JL. † 3969). Am Ende des Kontextes findet sich die merkwürdige Papstunterschrift Sergius sancte catholice et apostolice ecclesie praesul sowie die Unterschriften von sechs Bischöfen namens Petrus (von Palestrina), Crescentius (von Civita Castellana?), Petrus (von Piperno), Gregor (von Silva Candida?), Benedikt (II. von Porto) und Stephan (von Narni). Sowohl die äußere Gestaltung des Privilegs als auch dessen Inhalt, bes. was die gewährten Indulgenzen (vgl. dazu auch Paulus, Gesch. des Ablasses I 137 u. B. Poschmann, Der Ablaß im Licht der Bußgeschichte, 1948, 47) anlangt, erweisen die Urkunde als eine Fälschung aus späterer Zeit.

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Empfohlene Zitierweise

RI II,5 n. †1052, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1010-05-16_1_0_2_5_0_1105_F1052
(Abgerufen am 23.01.2017).