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RI II Sächsisches Haus (919-1024) - RI II,5

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Papst Johannes (XVIII.) stirbt als Mönch in San Paolo (fuori le mura).

Überlieferung/Literatur

Erw.: Lib. pont. (Duchesne II 266); Ann. Augustani 1009 (MGSS. III 124); Ann. s. Blasii 1010 (MGSS. XVII 276); Ano. Zwetlensis (Migne, PL. 213, 1030). Reg.: JL. I p. 503.

Kommentar

Vgl. weiters die zum Teil unrichtigen Notizen bei Bernold v. Konstanz (MGSS. V 399), Beno (MG. Ldl. II 377) und Chr. s. Andreae castri Cameracensii (MGSS. VII 527). Rom als Sterbeort verzeichnen schon die Ann. Augustani (Romae Fasanus papa obiit), genauer sind der Cat. Aug. (Duchesne II 266: in sancto Paulo monachus discessit) und der ihm folgende Ano. Zwetlensis. Möglicherweise hat sich der Papst knapp vor seinem Tode ins Kloster zurückgezogen, es wird aber auch seine Absetzung und Verbannung ins Kloster vermutet; vgl. dazu Brezzi, Roma e l'impero 185 und Zimmermann, Papstabsetzungen 114 sowie zum Aufenthalt in San Paolo auch Trifone, Serie 112. Die Bestattung soll laut Martin v. Troppau (MGSS. XXII 432) und späteren Autoren im Petersdom (sepultus est apud s. Petrum) erfolgt sein; vgl. auch Tiberio Alfarano (Cerrati 76 u. 190; dazu Montini, Le tombe 442 und Borgolte, Grablegen 136). Ein Johannes XVIII. irrig zugeschriebenes Epitaph gehört Marinus I. (Montini 143 f.). Vgl. die richtige Grabschrift in San Paolo bei Montini 170. Als Pontifikatsdauer muß laut Cat. Aug. und Ano. Zwetlensis annos V et dimidium gelten, woraus sich ausgehend von n. 980 die Berechnung auf Ende Juni 1009 ergibt. Die meisten Quellen vermerken rund 5 Jahre; vgl. Lib. pont. (Duchesne II 266 u. p. XIX) und Martin sowie weiter Cat. Casinensis (MGSS. XXII 361), Cencius (Fabre-Duchesne I 328), Chr. Tiburtina (MGSS. XXXI 258) und Ebendorfer. Papstchr. (Zimmermann, MGSS. N. S. XVI 322). Bernold hat unrichtig 6 Jahre, Beno und das Chr. castri Cameracensii in Verwechslung wohl mit Johannes XVII. zählen nur 1 Jahr. Odorannus v. Sens berichtet in seiner Chr. (ed. Bautier-Gilles 100 f.) von einer Romreise König Roberts II. von Frankreich (dum quodam tempore Rotbertus rex Romam peteret), dem seine geschiedene Frau Bertha gefolgt sei (prosecuta est eum) in der Hoffnung, nach Intervention von Höflingen iussu apostolico die Restitution ihrer Ehe zu erreichen. Von einem Zusammentreffen mit dem Papst verlautet nichts. Da Odorannus weiters berichtet, daß indessen die in Sens zurückgebliebene Königin Konstanze die Hilfe des ihr im Traum erschienenen Bischofs Savinian von Sens erlangt habe und Robert zu ihr als liebender Gatte (deinceps propriam coniugem magis quam eatenus dilexit) zurückgekehrt sei, muß die Romreise des Königs just in die Zeit der Vakanz nach dem Tode Johannes XVIII. datiert werden, da Konstanzes zweiter Sohn spätestens im Mai 1010 geboren wurde. Man muß annehmen, daß Robert und Bertha ihren Plan in Rom aufgegeben haben, ohne eine abschlägige Antwort vom neuen Papst Sergius IV. zu erwarten. In einem bei Ivo von Chartres, Decretum IX 8 (Migne, PL 161, Sp. 659) fragmentarisch überlieferten Schreiben Leos IX. an König Heinrich I. von Frankreich wird behauptet, daß auch die wegen der Ehe Roberts und Berthas exkommunizierten (vgl. n. 846) französischen Bischöfe ad sedem apostolicam venientes Buße geleistet hätten. Aus anderen Quellen verlautet darüber nichts. Auch Odorannus weiß nichts von einer Begleitung Roberts durch französische Bischöfe. Vgl. zu den Ereignissen Pfister, Robert 68 f.; Dhondt, Sept femmes 48 f.; H. H. Kortüm, Menschen und Mentalitäten (1996) 287 f. u. Swinarski, Herrschen mit Heiligen 435 n. 165.

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Empfohlene Zitierweise

RI II,5 n. 1035, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1009-06-00_2_0_2_5_0_1087_1035
(Abgerufen am 27.05.2017).