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RI II Sächsisches Haus (919-1024) - RI II,5

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Papst Johannes (XVIII.) weiht auf Betreiben des Patricius Johannes (II. Crescentius) und des (Grafen) Rainer unentgeltlich den von den Mönchen des Klosters Farfa (D. Sabina) zum Nachfolger des abgedankten Abtes Hugo (I.) erwählten Abt Guido (I.).

Überlieferung/Literatur

Erw.: Hugo v. Farfa, Exceptio relationum, und Querimonium (Balzani, FSI. 33/1903, 66 u. 75); Gregor v. Catino, Chr. (Balzani, FSI. 34/1903, 83). Reg.:Lit.: Schuster, Farfa et sa restauration 393 f.; Schuster, Ugo di Farfa 120; Schuster, Farfa 143; Vehse, Sabina 144.

Kommentar

Abt Guido war ein Neffe Hugos und seine Wahl erfolgte im Einverständnis mit ihm. Sie läßt sich auf Mai oder Juni 1009 datieren, da im Mai noch Hugo, im Juni aber schon Guido urkundlich als Abt bezeugt sind; vgl. dazu sowie zum Verwandtschaftsverhältnis Giorgi-Balzani, Regesto di Farfa IV 1 f. und Zucchetti, Regesta chartarum Italiae XI/1, 270. Hugo berichtet in der zitierten Exceptio, daß er seiner Würde bereits anläßlich seines Aufenthaltes in Deutschland vor Heinrich II. entsagt habe, vom König aber gebeten worden sei, bis zu dessen geplanter Italienfahrt im Amte zu bleiben. Er habe daraufhin usque in tercium annum in Farfa die Ankunft Heinrichs vergeblich erwartet und dann seinen Entschluß ausgeführt. Hugos Aufenthalt nördlich der Alpen ist durch eine Gerichtsversammlung, die am 2. Apr. 1007 in Neuburg unter königlichem Präsidium in Angelegenheiten des Salvatorklosters am Montamiata (vgl. n. 1096) tagte, gesichert (vgl. Manaresi, FSI. 96/1958, 495 f.; Böhmer-Graff n. 1631), so daß sich auch dadurch die Wahrheit der Berichterstattung erweisen läßt. Seinen Rücktritt begründet Hugo mit dem Hinweis auf sein schlechtes Gewissen bezüglich der simonistischen Erwerbung der Abtwürde (vgl. n. 809). Daraus erklärt sich, daß er so stark betont, die Weihe seines Nachfolgers sei gratis erfolgt: Vos autem elegistis domnum Guidonem, quem Johannes patricius et Rainerius gratis fecerunt consecrare a papa Johanne. Von Heinrich II. wurde die Abdankung Hugos und die Einsetzung Guidos nicht anerkannt, so daß Hugo Anfang 1014 wieder die Leitung der Abtei übernehmen mußte; vgl. n. 1131. Zur Identifizierung des Grafen Rainer vgl. Kölmel, Kirchenstaat 159 f., wo Verwandtschaft mit den späteren Grafen von Galeria als am wahrscheinlichsten angenommen wird.

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Empfohlene Zitierweise

RI II,5 n. 1033, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1009-05-00_1_0_2_5_0_1085_1033
(Abgerufen am 27.05.2017).