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RI II Sächsisches Haus (919-1024) - RI II,5

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Papst Sergius (IV.) gibt allen Gläubigen (omnibus ... in christiana religione sperantibus tam ecclesiasticis quam et laicis) bekannt, daß die Gräfin Adelheid (von der Provence) und die Mönche des römischen Schutzklosters Montmajour (D. Arles) ihm über die Bedrängung dieser Abtei durch Rainald, Wilhelm, Leufred und Clemens, die Söhne des (Vizegrafen) Nevelong (II. von Cavaillon), sowie durch den Erzbischof Amalrich (I.) von Aix geklagt haben (qui isti fortiter devastant monasterium Montis maioris, quod monasterium est sub potestate sancti Petri et nostra et sub imperatore Romano), besonders über die Beraubung und Einäscherung des Ortes Pertuis (villam, que vulgo nominatur Pertusus); befiehlt dem Erzbischof, Satisfaktion zu leisten, sodann gemeinsam mit den anderen Erzbischöfen und Bischöfen der Provence (in regno Prouinciae) die Söhne des Nevelong vorzuladen, zur Wiedergutmachung ihres Unrechtes zu ermahnen und sie im Falle des Ungehorsams im eigenen sowie im Namen des Papstes zu exkommunizieren. ‒ Status itaque ecclesiarum ...

Überlieferung/Literatur

Org.: Kop.: 1) 15. Jh., Lyon Bibl. com.: Ms. 784 fol. 2v. 2) 18. Jh., Paris Bibl. nat.: Ms. lat. 13915 fol. 65. Drucke: Gall. Christ. I Instr. 63 (fragm.); Migne, PL. 139, 1521 (fragm.); Du Roure, Hist. de Montmajour 124; Zimmermann, PUU. 843 n. † 444. Reg.: J. 3039; JL. 3978. Lit.: Carranrais, L'abbaye de Montmajour 36; Du Roure, Hist. de Montmajour 113 f.; Gall. christ. nov. I 45.

Kommentar

Zur Überlieferung vgl. auch Wiederhold, PUU. in Frankreich IV 49. Nur in der von Chantelou angefertigten Kopie des 18. Jh. findet sich als Randnotiz die Datierung 1009 angegeben. Das päpstliche Mandat selbst dürfte undatiert gewesen sein. Der Ort Pertuis war von Nevelong und dessen Bruder, Bischof Ingilram von Cavaillon, an den Grafen Wilhelm II. von der Provence, dem späteren Gatten der Adelheid, gekommen und von diesem 979 dem Kloster Montmajour geschenkt worden; vgl. Du Roure 56 f. Im Jahre 1018 traten die Söhne des Nevelong nochmals den Ort an das Kloster ab; vgl. Du Roure 127. Daß dies auf Grund des päpstlichen Eingreifens geschah, vermuten Carranrais 36 und Du Roure 114. Gieysztor in Medievalia et Humanistica 6/1949, 5 ff. hält die Urkunde des Papstes dagegen für eine Fälschung und verweist bes. auf die außergewöhnliche Formulierung der Sanktionen. Das Falsifikat wäre in dem sich über mehrere Jahrhunderte hinziehenden Kampf der Mönche von Montmajour um ihren Besitz in Pertuis entstanden. Vgl. zur Geschichte auch Schieffer, Dipl. Burg. 307 f.

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Empfohlene Zitierweise

RI II,5 n. †1044, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1009-00-00_9_0_2_5_0_1097_F1044
(Abgerufen am 24.09.2017).