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RI II Sächsisches Haus (919-1024) - RI II,5

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Papst Johannes (XVIII.) empfängt als Gesandte des deutschen Königs Heinrich (II.) dessen Kapelläne Alberich und Ludwig, welche ihm über die Gründung und Dotierung des Bistums Bamberg durch den König berichten, einen Brief des Bischofs Heinrich (I.) von Würzburg überbringen und in beider Namen um die Bestätigung der Gründung durch ein Papstprivileg ersuchen. Nach Beratung der Angelegenheit auf einer im Petersdom tagenden Synode läßt der Papst das erbetene Privileg (n. 1023) ausfertigen, fordert die Bischöfe Galliens und Germaniens schriftlich auf, auch ihrerseits die Bistumsgründung zu bestätigen, und beauftragt den Erzbischof Willigis von Mainz mit der Abhaltung einer dafür nötigen Reichssynode.

Überlieferung/Literatur

Erw.: n. 1023 und Frankfurter Synodalprotokoll v. 1007 XI. 1 (MG. Const. I 60). Reg.: JL. I p. 502; Boye, QuKat. 72; Guttenberg, Reg. I 15 n. 28 u. 16 n. 30; Stimming, Mainzer UB. I 149 n. 244; GP. III/3, 249 n. *2 u. 300 n. *7 a; Böhmer-Graff n. 1641 c. Lit.: Hefele-Leclercq, Hist. des conc. IV 910 ff.; Tangl, Teilnehmer 121; Guttenberg, Bistum Bamberg 29 ff.; Büttner, Studien und Vorarbeiten III 181 ff.; Mikoletzky, Kaiser Heinrich 54 ff.; W. Neukam, Das Hochstift Würzburg und die Errichtung des Bistums Bamberg (Herbipolis jubilans 1952, 160); Holtzmann, Kaiserzeit 432; Wendehorst, Bistum Würzburg I 79; Zimmermann, Gründung 40 f.; Wolter, Synoden 236 f.

Kommentar

Die Berichte der beiden Quellen ergänzen einander. In beiden werden die Bitten des Königs und des Würzburger Bischofs erwähnt, nur im Synodalprotokoll aber die Namen der Gesandten, die Abhaltung der Papstsynode (habita in sancti Petri basilica sinodo) und das Papstmandat (universis Galliae et Germaniae episcopis rescribens, ut et ipsi pari communique auctoritate eundem episcopatum corroborarent et confirmarent). Nur aus der Subskription des Synodalprotokolls erfährt man über den Legatenauftrag des Mainzer Erzbischofs (qui eidem synodi vice Romanae aecclesiae praesidebam). Vgl. dazu Lintzel, Hoftage 64, Boye, Synoden 237 und Barion, Synodalrecht 87. Ein verlorenes Papstmandat an Willigis kann angenommen werden. Über das damalige Wirken des Erzbischofs vgl. Böhmer, Willigis 114 f. und Büttner, Willigis 9 f. Verloren ist auch das Papstmandat an den Episkopat und das Schreiben Heinrichs von Würzburg an den Papst. Laut dem Synodalprotokoll sind die königlichen Gesandten (vgl. über sie Fleckenstein, Hofkapelle II 187) nach einer zu Pfingsten (25, Mai) 1007 in Mainz veranstalteten Synode, auf der König Heinrich die Abtretung einiger Würzburger Diözesangebiete erreichte, nach Rom abgereist. Daß sie im Juni 1007 in Rom waren, bezeugt n. 1023. Über die Erwähnung der päpstlichen Maßnahmen und der Urkunde n. 1023 für Bamberg in historiographischen Quellen vgl. n. 1023.

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Empfohlene Zitierweise

RI II,5 n. 1022, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1007-06-00_1_0_2_5_0_1074_1022
(Abgerufen am 19.09.2017).