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RI II Sächsisches Haus (919-1024) - RI II,5

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Papst Johannes (XVIII.) gibt durch eine den Kanonikern von Santa Maria in Pisa (canonicis sanctę Dei genitricis semperque virginis Mariae) gewährte Urkunde allgemein bekannt (notum sit omnibus hominibus), daß er auf ihm durch den Diakon Johannes von Pisa überbrachte Bitten der Kanoniker, diesen ihre Zehntrechte und alle Besitzungen, besonders das Gut Pedianum, unter Androhung der Exkommunikation für Besitzstörung und Rechtsverletzung bestätigt und ebenso die Hinderung des vom Archipresbyter Bonizo durchzuführenden Placitum für jedermann verboten haben. ‒ Nostro quidem ordini ... Dat. et scr. pm. Petri canc. s. Lateranensis palatii in men. Mad., ind. V.

Überlieferung/Literatur

Org.: Perg. (566 × 750) Pisa Arch. cap.: n. 64 ad 1032. Kop.: 1) 17. Jh., Rom Bibl. Vat.: Cod. Barb. lat. 3222 fol. 604 f. 2) 1717, Pisa Bibl. cap.: Cod. 148 p. 31. Facs.: Pflugk-Harttung, Specimina n. 108. Drucke: Ughelli, Italia 1III 406, 2III 356; P. Tronci, Memorie istoriche della città die Pisa (Livorno 1682) 16; Cocquelines, Bull. I 340; P. Tronci, Annali Pisani, I (Pisa 1828) 29; Cappelletti, Le chiese d'Italia XVI 55; Migne, PL. 139, 1486; Tomassetti, Bull. I 547; E. Falaschi, Carte dell' archivio capitolare di Pisa, I (Rom 1971) 85; Zimmermann, PUU. 827 n. 433. Reg.: J. 3023; JL. 3953; IP. III 333 n. 12; Santifaller, LD. 323; Santifaller, Elenco 325; Santifaller, Beschreibstoffe 89 n. 5; Rabikauskas, Kuriale 229. Lit.: Kehr, Die ältesten PUU. 25; Rabikauskas, Skriptumzeile 97.

Kommentar

Zur weiteren Überlieferung vgl. IP. III 333 n. 12. Über das Original vgl. Breßlau in MIÖG. 9/1888, 15 f., Kehr in GGN. 1897, 179 und Melampo in Misc. di stor. e cultura eccl. 4/1906, 239 n. 28. Die heute fehlende Bleibulle des Originals ist in der ältesten Kopie nachgezeichnet und nennt auf der durch ein Kreuz in vier Felder geteilten Vorderseite als Aussteller den Papst Johannes XIX. Dementsprechend wurde und wird das Privileg vielfach diesem Papste zugeschrieben und ins Jahr 1032 datiert, wozu aber die angegebene Indiktion nicht stimmt. Hinsichtlich seiner Ausstattung und hinsichtlich des Formulars bringt das Original so viele Merkwürdigkeiten und Irregularitäten, daß noch Schmitz-Kallenberg, Lehre von den Papsturkunden 199 die Echtheit bezweifelte und Pflugk-Harttung in HJb. 5/1884, 548 n. 642 das Stück als besondere Urkundenart, als Judikat verstehen wollte. Bes. auffällig ist die nach der Adresse u. der Arenga stehende Publicatio, die am Schlusse befindliche Corroboratio (vgl. Breßlau in AUF. 6/1918, 34) mit der Ankündigung der Papstbulle und der Papstunterschrift, welche darauf folgt und lautet: Johannes divina pręeunte clementia sanctę katholicę et apostolicę ecclesię apostolicus pręsul. Alle diese Merkwürdigkeiten wie auch die verwendete Minuskelschrift können aber damit erklärt werden, daß das Original von dem Kanzler Petrus selbst geschrieben wurde, in dessen Wirkungszeit unter Papst Johannes XVIII. eine Änderung der Normen der päpstlichen Kanzlei zu beobachten ist. Vgl. dazu Santifaller, Neugestaltung 31, der Empfängerherstellung annimmt, was Kortüm, UrkSprache 225 bestätigt. Als Empfänger des Privilegs werden am Ende der Urkunde vor der Corroboratio der Archipresbyter Petrus, der Cantor Petrus, der Archidiakon Johannes, der Primicerius Johannes, der Kustos Albizo, die Presbyter Andreas, Dominik, Amalfred, Ursus, Bonizo, Johannes, Leo, Teudo, Winizo und Albert, die Diakone Johannes, Petrus. Alberich und Dominik sowie die Kleriker Leo, Bonusfilius, Wido und Otbert, alles Kanoniker von Pisa, genannt.

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Empfohlene Zitierweise

RI II,5 n. 1020, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1007-05-00_1_0_2_5_0_1072_1020
(Abgerufen am 27.05.2017).