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RI II Sächsisches Haus (919-1024) - RI II,5

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Papst Johannes (XVIII.) bestätigt dem Archipresbyter Johannes und dessen gleichnamigen Mitpresbytern (Johanni religioso archipresbitero et Johanni secundo atque Johanni tertio religiosis presbiteris atque eius confratribus vestrisque successoribus) wunschgemäß und auf Intervention des römischen Stadtpräfekten Crescentius den Besitz der von diesem neu errichteten und vom Papste geweihten (n. 1009) Kirche San Trifone (ecclesiam sancti Christi martiris Triphonis) (in Rom) samt dem Gottesdienstrecht, erinnert an die am Kirchweihtage erlassene Promulgation bezüglich der Verehrung der Reliquien des Märtyrers Tryphon und bestätigt genannte Schenkungen des Crescentius 〈besonders das Oratorium Santo Stefano de Pila (oratorium sancti protomartiris Stephani a Pila) (in Rom) samt dessen Pertinenzen in der Stadtregion Campus Martis〉. ‒ Convenit apostolico moderamini ... Scr. pm. Petri scrin. not. atque reg. SRE. in men. et ind. suprascr. V. ‒ Dat. IV. kal. Dec. pm. Gregorii ep. s. Ostiensis eccl. et bibl. SAS. Deo propitio pont. dom. nostri Johanni s XII. pp. in ss. sede b. Petri apost.

Überlieferung/Literatur

Org.: Kop.: 1‒2) 11‒12. Jh., Rom Arch. Vat.: Fondo S. Trifone A 1 u. 2. 3) 17. Jh., Rom Bibl. Angelica: Cod. 630 fol. 286. Erw.: Urk. Clemens' III. v. 1189 (IP. I 92 n. 9). Drucke: M. Marini, Diplomatica pontificia (Rom 1841 1) 65; Migne, PL. 133, 1037; Corvisieri, Delle posterule Tibertine tra la Porta Flaminia ed il Ponte Gianicolense (Arch. stor. Rom. 1/1878, 161; Zimmermann, PUU. 812 n. 424. Reg.: J. CCCLXIII; JL. † 3683 u. *4104; IP. 191 n. 1; Santifaller, LD. 323; Santifaller, Elenco 324. Lit.: Kehr, Die ältesten PUU. 27 f.; A. S. Dabinović, Les origines du village de St-Triphon (Rev. hist. Vaudoise 70/1962, 24 ff.); R. Hüls, Sui primordi di S. Trifone a Roma (Arch. stor. Rom. 99/1976, 336 ff.).

Kommentar

Zur Überlieferung vgl. Kehr in GGN. 1900, 391 und 1903, 118 u. 520 sowie IP. I 91 n. 1. Die Kopie des 12. Jh., ein Transsumpt des römischen Skriniars Johannes Kalo, weicht in fast allen Datierungsangaben ab (vgl. IP. I 91 n. 1), so daß man die Ausstellung auf den 23. Aug. 1006 ansetzen müßte. Erwägungen über die Datierung der Kirchweihe (vgl. n. 1009) legen jedoch nahe, daß das Privileg im Nov. 1006 ausgefertigt wurde. Daß die Urkunde nicht in den Pontifikat Johannes' XII. gehört, wie ein Schreibfehler in der Datierung glauben läßt, dem vor Kehr fast alle Gelehrten gefolgt sind, ergibt sich schon aus der Nennung der handelnden Persönlichkeiten. Damit fällt das wesentlichste Argument gegen die Echtheit des Diploms. Doch fehlt ein wesentlicher Teil der Besitzbestätigung im Transsumpt und späteren Kopien, so daß mit Interpolationen gerechnet werden muß. Über die Kirche St. Tryphon und das Oratorium St. Stephan vgl. Huelsen, Le chiese di Roma 481 u. 494 sowie Dabinovic.

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Empfohlene Zitierweise

RI II,5 n. 1010, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1006-11-28_1_0_2_5_0_1061_1010
(Abgerufen am 30.05.2017).